Montag, 5. September 2005

Taifun "Nabi" wütet in Japan: Mindestens 15 Menschen getötet, 11 noch vermisst

  • Erdrutsche zerstörten zahlreiche Häuser völlig
  • Zahl der Toten durch "Talim" in China stieg auf 102

In Japan ist die Zahl der durch den Taifun "Nabi" getöteten Menschen auf 15 gestiegen. Elf Bewohner der südlichen Hauptinsel Kyushu wurden vermisst. Überflutungen, Trümmer und schlechtes Wetter erschwerten die Rettungsarbeiten.

Nach Berichten japanischer Medien kamen die meisten Opfer bei Erdrutschen ums Leben. Vielfach wurden Häuser von den Erdmassen zerstört. Rund 40.000 Menschen hatten aus Angst vor dem Taifun Schutz in Notunterkünften gesucht. Mehr als 200.000 Menschen waren aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen.

Der schwerste Wirbelsturm in der Region seit Jahren bewegte sich über dem Meer weiter in nordöstliche Richtung. Nach Angaben der Meteorologischen Behörde könnte er sich am Donnerstag der nördlichen Hauptinsel Hokkaido nähern. Der 14. Taifun der Saison hatte vor allem auf der südlichen Hauptinsel Kyushu sowie in Teilen Westjapans eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Ganze Ortsteile wurden überflutet und der Verkehr in der Region stark beeinträchtigt.

China: 102 Tote, 33 noch vermisst
In China stieg unterdessen die Zahl der Todesopfer durch den Taifun "Talim" auf 102 an. 33 Menschen wurden bis Dienstagabend noch vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Allein in der am stärksten betroffenen östlichen Provinz Anhui wurden sieben weitere Leichen geborgen. Dort waren mehr als fünf Millionen Menschen von den tagelang anhaltenden Niederschlägen und Stürmen betroffen; 420.000 mussten evakuiert werden. Erdrutsche und Überschwemmungen beschädigten 157.000 Häuser. Die Schäden allein in der Provinz wurden auf rund 420 Millionen Dollar (336 Mio. Euro) geschätzt.

"Talim" hatte am Donnerstag die chinesische Ostküste erreicht. Er fegte auch über die Provinzen Zhejiang, Fujian, Jiangxi und Hubei hinweg. Die Zentralregierung in Peking stellte laut Xinhua insgesamt 22 Millionen Dollar (17,6 Mio. Euro) Nothilfe zur Verfügung. Die Provinzregierungen wurden angewiesen, sicherzustellen, dass den Opfern ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser zur Verfügung steht und sie ärztlich versorgt werden. (apa/red)

5.9.2005 12:22