Haiders 1. Härtetest in Orange: NEWS über den BZÖ-Überlebenskampf in der Steiermark
- Haider kämpft wie in alten Zeiten für sein Partei-Baby
- Tatsächlich entscheidende Wahlschlacht erst in Wien
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Bekanntgabe aber erst bei Wahlkampfauftakt
Die BZÖ steht vor dem Überlebens-Kampf. Obwohl Haider in der Steiermark wie in alten Zeiten für sein Partei- Baby kämpft, droht seinem Bündnis in der grünen Mark das Aus. Die tatsächlich entscheidende Wahlschlacht wird aber erst am 23. Oktober in Wien ausgetragen werden.
Zumindest im steirischen Altaussee war Jörg Haiders Welt für einige - kurze - Zeit wieder heil. Vergangenen Montag, beim traditionellen spätsommerlichen "Ausseer Kirtag", war der "König der Bierzelte" wieder ganz in seinem Element - wie ein oranger Fisch im blauen Teich.
Da war er für die trinkfesten Gäste wieder der "Jörg, der das Bier in einem Zug leeren" kann, und der "volksverbundene Sohn aus unserem Salzkammergut". Da wurde der Kärntner Landeshauptmann aus Bad Goisern bei seinem ersten großen Auftritt im steirischen Wahlkampf wenige Wochen vor der steirischen Landtagswahl am 2. Oktober nur dann und wann verächtlich gemustert oder von einstigen "Kameraden" unfreundlich als "na schau, unser Ex-Parteiobmann" begrüßt.
Und so konnte sich der BZÖ-Chef, der selbstredend in kurzen Lederhosen erschienen war, sogar diebisch darüber freuen, dass ihm das unterhaltungsfreudige trachtige Publikum Applaus zollte.
Oranger Existenzkampf
Aber Österreich ist eben mehr als nur ein großer, lustiger Kirtag, mehr als bloß ein riesiges Bierzelt - und die orange Welt eben alles andere als heil.
Das wurde Jörg Haider wenige Stunde später auch wieder klar. Denn sein vermeintlicher, selbst verkündeter Erfolg, eine angeblich "fix vereinbarte Steuerreformgruppe der Regierung", wurde umgehend von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel dementiert. Und sein BZÖ steht nun wieder einmal, wie in "des Kaisers neue Kleider", blamiert vor dem erstaunten Wahlvolk da.
Und so weiß der Kärntner Landeshauptmann auch, dass seine große, wohl erbittertste Schlacht erst bevorsteht. Haider kämpft derzeit schließlich um nicht mehr und nicht weniger als ums politische Überleben seiner Partei. Und die Aussichten seiner orangen Truppe sind alles andere als rosig.
Denn laut aktuellen Umfragen dürfte Haiders BZÖ weder in der Steiermark (zwei bis vier Prozent) noch bei der Wiener Landtagswahl (zwei bis drei Prozent) am 23. Oktober den Einzug in die Landtage schaffen. Das Burgenland haben Haider und Co gleich freiwillig verloren gegeben.
Und doch will der Ex-FP-Chef noch nicht ganz aufgeben. In den kommenden Wochen wird Haider wie in seinen jungen Tagen durch die Steiermark tingeln, um seinen dortigen Spitzenkandidaten Michael Schmid zu unterstützen.
Seine Wahlkampfziele muten freilich bescheiden an für einen, der einst ausgezogen war, um Österreich zu "erobern": einfach nur den "Einzug" schaffen, also wenigstens vier Prozent erreichen. Denn dann, träumt Haider im kleinen Kreis, könne seine Partei "beflügelt und mit positiven Wind" in die tatsächlich entscheidende Wahlschlacht in Wien ziehen.
Dort, wo schließlich das "Duell" gegen den einstigen politischen Ziehsohn und nunmehrigen Todfeind, FP-Chef Heinz-Christian Strache, ausgefochten wird. Dort, in der Bundeshauptstadt, wird schließlich die Vorentscheidung über Gedeih oder Verderb von Haiders Polit-Baby fallen. Scheitert das BZÖ in Wien, stehen auch die Chancen für die Nationalratswahl denkbar schlecht.
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