Mittwoch, 7. September 2005

Licht in Causa Hirschmann: Schilcher will
für den Ex-Estag-Vorstand vermittelt haben

  • 200.000 Euro jährlich auf Wunsch von Hirschmann
  • Die Namen möglicher Geldgeber bleiben ungenannt

In die Versuche, den früheren ÖVP-Spitzenmann und Ex-Estag-Vorstand Gerhard Hirschmann von einer eigenen Kandidatur bei der steirischen Landtagswahl abzuhalten, kommt jetzt etwas Licht. Der ehemalige steirische ÖVP-Politiker Bernd Schilcher sagt in einem Interview, er habe für Hirschmann zu vermitteln versucht. Die Namen möglicher Geldgeber bleiben weiter unbekannt.

Schilcher hat nach eigenen Angaben zwischen Hirschmann und "einer Hand voll Unternehmer" vermittelt, um eine Kandidatur Hirschmanns bei der steirischen Landtagswahl zu verhindern. Dabei sei es darum gegangen, dass Hirschmann Beratungaufträge mit einem Umfang von jährlich 200.000 Euro bekommen sollte. Die Initiative sei von Hirschmann und nicht von der ÖVP ausgegangen, betonte Schilcher im "Kurier".

Schilcher wörtlich: "Diese Vereinbarung ist jedoch auf ausdrücklichen Wunsch von Dr. Hirschmann zustande gekommen. Nicht die ÖVP ist an ihn herangetreten." Und: "Der Gerhard ist zu mir gekommen, hat sich beschwert. Das Imperium (die ÖVP, Anm.) schlage zurück, er bekomme kaum Aufträge. Ich wollte eben helfen."

Natürlich habe die Vereinbarung eine Klausel enthalten, dass Hirschmann auf die Gegenkandidatur verzichtet: "Alles andere wäre sinnlos. Hirschmann hat letztlich abgelehnt."

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft in der Frage, wer Hirschmann jene 291.512 Euro überwiesen hat, die dieser zusätzlich zur Estag-Abfertigung bekommen hat. "Ja, es interessiert mich brennend, was da gelaufen ist und woher das Geld kommt", wird Staatsanwalt Peter Gruber im "Kurier" zitiert: "Ich muss mir genau anschauen, ob finanzstrafrechtlich was drin ist." Als mögliches Delikt gilt Steuerhinterziehung durch Hirschmann. Angezeigt hat die Causa das steirische BZÖ. (apa/red)

7.9.2005 17:52