Montag, 5. September 2005

Wahlkampf in Steiermark: Liste Hirschmann
fordert eine "weiß-grüne Familienkarenz"

  • Kandidatinnen: Stellung der Familie wieder stärken
  • Betreuungsgutscheine, Hotline und Arbeitsplatzteilung

Die Kandidatinnen der Liste Hirschmann (LH) wollen die Stellung der Familie wieder stärken und dazu begleitende Maßnahmen setzen: Betreuungsmodelle für Kinder, eine "Familienkarenz weiß-grün" - eine von der LH finanzierte Verlängerung des Kinderbetreuungsgeldes um sechs Monate - sowie die Einrichtung einer Telefon-Hotline zur besseren Information. Neue Serviceeinrichtungen wie der Oma-Opa-Dienst müssten ausgebaut werden, so die drei Kandidatinnen am Montag in Graz.

Für Astrid Hoffmann-Wellenhof - Mutter von acht Kindern - hängt die Anzahl der Kinder in einer Familie nicht von der Dichte der Bereuungseinrichtungen für Kinder ab. Es sei vor allem eine Sache der Einstellung der Gesellschaft. "Es heißt entweder egozentrische Rabenmutter und Karrierefrau oder Tschopperl, das daheim am Herd dahin vegetiert", so Hofmann-Wellenhof. Ein Herd sei für sie positiv besetzt besetzt und das solle auch so bleiben, sagte die AHS-Lehrerin. Je höher der Bildungsgrad bei Frauen sei, desto eher seien diese kinderlos. Daneben brauche die Wirtschaft verstärkt "freie und flexible Arbeitskräfte - das steht dem Familienbegriff diametral entgegen." Für sie bringe sowohl Bildung als auch Familie Rendite.

"Wenn wir Kinder-Ermutigungspolitik betreiben wollen, müssen wir wissen, was Frauen wollen", resümierte Hoffmann-Wellenhof. Deshalb habe man die Situation in allen 542 steirischen Gemeinden eruiert sowie einen Fragebogen unter 155 steirischen Müttern versendet und ausgewertet, so Maria Marussig. Ergebnis: Die Kinderbetreuung in der Steiermark funktioniere flächendeckend, nur gebe es in manchen Bezirken für die Altersgruppe zwischen 0 und 3 Jahren z.B. nur eine einzige Kinderkrippe. "Es fehlt nicht an flächendeckenden Einrichtungen, sondern an Flexibilität", meinte Anja Gobiet. So gebe es in der Oststeiermark fünf Gemeinden, die sich auf gemeinsame Maßnahmen geeinigt hätten: "Eine Kommune zahlt den Bus, eine andere stellt die Örtlichkeit zur Betreuung, eine das Mittagessen usw.", so Gobiet.

In fünf Punkten stellten die Damen der Liste Hirschmann ihre Vorstellungen vor: Die "Familienkarenz weiß-grün", die das Kinderbetreuungsgeld von 30 auf 36 Monate erstrecken sollte. Die Liste Hirschmann tritt für ein steirisches Familiengeld ein. Dieses Modell soll durch eine Kürzung der steirischen Parteienförderung von derzeit 15,6 Mio. Euro auf 6 Mio. Euro finanziert werden. Mütter, die in diesen sechs Monaten nicht zu Hause bleibe könnten, bekämen einen "Betreuungsgutschein weiß-grün". Neben der Einrichtung einer Hotline müssten auch gesetzliche Grundlagen geändert werden, um eine gemeinde- und altersübergreifende Betreuung aufzubauen. Ferner werde ein "langsamerer Wiedereinstieg" für berufstätige Mütter gefordert, etwa in Arbeitsplatzteilungsmodellen.


(apa)

5.9.2005 12:55