Dienstag, 6. September 2005

Burgenland-Wahl: Das ganze Land ist einen Monat davor "Wahlkampf-Zone" geworden

  • Parteien werben mit allen Mitteln um jede Stimme
  • Pendlerfrühstück, Hausbesuche, Veranstaltungen...

Knappe fünf Wochen sind es bis zu den Landtagswahlen im Burgenland am 9. Oktober. Noch ist ein bisschen Zeit, Umfragewerte zu verbessern und Wähler von sich zu überzeugen. Im Wettstreit um jede Stimme legen die Wahlkämpfer zigtausende Kilometer zurück und sind beinahe rund um die Uhr im Einsatz.

Für Grünen-Klubobfrau Grete Krojer und LAbg. Josko Vlasich beginnt der Tag momentan ganz zeitig: Sie servieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, zum Beispiel am Busbahnhof Güssing, ein Pendlerfrühstück. Das dabei verteilte Sackerl enthält einen Apfel, Kipferl und eine Broschüre. Start der Aktion ist laut Landesgeschäftsführerin Herta Emmer um "vier, halb fünf in der Früh". Eine Erkenntnis hat man dabei schon gewonnen: Die Dinosaurierkostüme der Grünen kommen bei den vielen Terminen nicht mehr zum Einsatz - "zu anstrengend".

"Krojer und Vlasich sind mit einem großen Team an verschiedenen Standorten unterwegs und werden jeweils von den Bezirksgruppen unterstützt. Sie sprechen bei Infoständen mit der Bevölkerung über ihre Anliegen", so Emmer. Am 23. September findet in Jennersdorf eine "sehr prominent" besetzte Expertinnendiskussion statt. Thema der ganztägigen Veranstaltung: Welche Zukunft hat das Land - Regionale Entwicklung. Am 1. Oktober geht im OHO in Oberwart und am 8. Oktober in der Kuga in Großwarasdorf ein Jugendevent über die Bühne. Der große Abschluss des grünen Wahlkampfs wird am 7. Oktober im Haus Impuls in Neusiedl gefeiert.

FPÖ setzt auf Hausbesuche
20.000 Kilometer mit vier Trossen werden die Freiheitlichen im Wahlkampf unterwegs sein, so Landesgeschäftsführer Norbert Hofer: "Besonders die Geschäfts- und Hausbesuche durch die Spitzenkandidaten kommen ganz gut an." Die Kandidaten werden auch an "Fremdveranstaltungen" wie etwa Kirtagen teilnehmen und sich bei Bürgerstandln unters Volk mischen. Die Abschlussveranstaltung der FPÖ findet am 7. Oktober in der Fußgängerzone in Eisenstadt statt.

Im Wahlkampf werden die Freiheitlichen auch von Bundesparteichef Heinz-Christian Strache unterstützt: Strache besucht in den kommenden Wochen mehrmals das Burgenland, er nimmt dabei unter anderem an Bürgerstand-Aktionen und Betriebsbesuchen Teil und kommt auch im Finale zum Einsatz.

ÖVP: Gesamtes Team unterwegs
"Bei der ÖVP hat jeder einzelne Kandidat den Auftrag, so viele Vorzugsstimmen wie möglich zu bekommen", umreißt Landesgeschäftsführer Dietmar Halper die Strategie der Volkspartei. Der Wahlkampf ist auf die Regionen abgestimmt: "Wir spielen massiv regionale Themen, die auf die jeweiligen Kandidaten zugeschnitten sind. Das gesamte Team, vom Gemeinderat bis zu Parteiobmann Franz Steindl, wird unterwegs sein."

Jeweils zwei spezielle Bezirkstage, die das Team um Steindl im "Wir sind da-Bus" absolviert, werden pro Bezirk abgehalten. Neben den erwähnten regionalen Aspekten, spielen "natürlich" auch die Landesthemen eine Rolle. Das Hauptaugenmerk liege zwar auf den Bezirkstagen, aber gerade mit flächendeckenden Hausbesuchen auf Gemeindeebene, Marktstandaktionen und Verteilaktionen möchte die ÖVP ebenfalls beim Wählervolk punkten.

SPÖ bei 260 Veranstaltungen
Dass Wahlkampf "nichts für Knabenchöre" ist, musste auch schon SPÖ-Landesgeschäftführer Georg Pehm feststellen. 1.500 Mitarbeiter werden seinen Aussagen nach bei über 260 Veranstaltungen landesweit, das sind im Durchschnitt sieben pro Tag, für die Sozialdemokraten werben. Mit Infoständen, Broschüren und Give-Aways werden die Wahlhelfer auf sich aufmerksam machen.

"Unsere Kandidaten und das Kernteam, Landeshauptmann Niessl und sein Team Burgenland, wollen in jedem Haushalt sein und möglichst viele Gespräche führen", so Pehm. Dieses "von Haus zu Haus gehen" sei zwar "äußerst anstrengend", aber auch am wirkungsvollsten.

Ihren Kandidaten stellt die SPÖ Autogrammkarten, Visitenkarten und eigene Folder zur Verfügung. Im Vordergrund sollen in diesem Wahlkampf die Frauen sowie die Erst- und Jungwähler stehen, für die eine "frechere" Linie gefahren wird. Obgleich die große Abschlussveranstaltung für den 6. Oktober in Oberschützen geplant ist, "werden wir uns noch am Wahltag, noch bis zum Schließen der Wahllokale, um jede Stimme bemühen." Anstrengende fünf Wochen sind Wahlkämpfern sowie Wählern garantiert. (apa/red)

6.9.2005 10:38