Samstag, 10. September 2005

Verbindung zwischen Neuem und Altem: Brucknerfest 2005 wurde feierlich eröffnet

  • Präsident Fischer: "Brücke über die Jahrhunderte"
  • Pühringer betont kulturpolitische Zusammenarbeit

Das Brucknerfest 2005 ist Sonntagvormittag von Bundespräsident Heinz Fischer im Linzer Brucknerhaus eröffnet worden. Er lobte dabei den neuerlichen Versuch, eine Verbindung zwischen Neuem und Altem herzustellen. Das Brucknerfest, das heuer unter dem Motto "Klassisch anders" steht, hält bis 2. Oktober insgesamt 23 Veranstaltungen - darunter mehrere Symphonien seines Namensgebers, dessen Messe in f-Moll und mehrere Motetten des oberösterreichischen Komponisten - bereit.

Im Gedenkjahr 2005 werde immer versucht, einen Blick in die Geschichte zu werfen, erklärte Fischer und betonte die Bedeutung der Jahre 1945 und 1955 für Österreich. Das Brucknerfest, dessen musikalisches Programm eine "Brücke über die Jahrhunderte" schlage, wolle aber auch in die Zukunft blicken, sagte der Bundespräsident: "Ich halte das für gut." Das diesjährige Motto "Klassisch anders" lade zu vielen Assoziationen ein - es sei u.a. ein Verweis auf die Tatsache, dass bei der Linzer Veranstaltungsreihe Klassik anders als oft üblich angeboten werde.

Kunststaatssekretär Franz Morak (V) verwies in seiner Ansprache ebenfalls darauf, dass man sich in der oberösterreichischen Landeshauptstadt die spannende Frage gestellt habe, ob man mit dem "Klassischen" im weitesten Sinn nicht "anders" umgehen könne. In Linz habe man sich entschieden, den Begriff weiterzudenken, in Synthesen einzubetten und so die Schlagbäume zwischen den Kategorien "Alt" und "Neu", zwischen Kunst und angewandter Technik, zwischen E und U einfach niederzureißen, betonte Morak: "Dahinter steckt ein tiefer Respekt für das Alte und das Neue." Das Brucknerfest pflege die Schätze der Vergangenheit und helfe, dem Neuen seine Zeit und seinen Raum zu schaffen, so der Staatssekretär.

"Heute ist vieles selbstverständlich geworden, auch das Bekenntnis zur Freiheit von Kunst und Wissenschaft", sagte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (V). Gerade das Erinnern im Gedenkjahr führe deutlich vor Augen, dass das nicht immer so gewesen sei. Das Bedürfnis nach Kunst und Kultur sei im unmittelbaren Nachkriegs-Österreich bei den Menschen gleich groß, wenn nicht sogar größer als heute. Pühringer bekannte sich klar zum Einsatz von finanziellen Mitteln, das Land Oberösterreich werde sich auch maßgeblich am Projekt "Kulturhauptstadt Linz 2009" beteiligen. Er unterstrich wie zuvor der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (S) und Kulturreferent Vizebürgermeister Erich Watzl (V) die Notwendigkeit der kulturpolitischen Zusammenarbeit von Land und Stadt. (apa/red)

10.9.2005 22:07