Freitag, 9. September 2005

Eingeraucht im Dienst: Feuerwerhmann verurteilt wegen heimischer Hasch-Plantage

  • 15 Monate bedingt: Ernte auch an Kollegen verkauft
  • 30-Jähriger und Kollegen werden ihre Jobs verlieren

Teilweise "eingeraucht" dürften einige Einsatzkräfte der Wiener Berufsfeuerwehr ihren Dienst versehen haben. Im Wiener Landesgericht wurde ein 30-jähriger Oberfeuerwehrmann rechtskräftig zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt, weil er das Abstellkammerl in seiner Wohnung in eine Hasch-Plantage umfunktioniert hatte. Die Ernte verkaufte er zum Teil an Kollegen, geraucht wurde angeblich sogar auf der Feuerwache.

Letzteres wies Branddirektor Friedrich Perner im Gespräch mit der APA als "Lüge" zurück. Er schloss aus, dass in der Bundeshauptstadt "eingekiffte" Florianijünger in der Brandbekämpfung tätig sind. Die aus dem Verkehr gezogenen Feuerwehrmänner - nach Bekanntwerden der Affäre wurden sie vom Dienst suspendiert - müssen sich neue Jobs suchen. "Solche Leute sind untragbar. Da muss man massiv durchgreifen. Die Kündigungsverfahren laufen," sagte Perner.

Sechs Joints am Tag
Der Oberfeuerwehrmann hatte nach eigenen Angaben sechs Joints pro Tag benötigt, um seine "Hyperaktivität" in den Griff zu bekommen, wie er dem Schöffensenat (Vorsitz: Peter Liebetreu) erklärte: "Es hat mich ruhiger gemacht." Weil er es allmählich satt hatte, sich in einschlägigen Lokalen Nachschub zu besorgen, wurde er zum Farmer in eigener Sache: "Es war nervig, immer herumzufahren. Mir war es lieber, dieser Aufwand, als ständig herumzufahren."

High-Tech-Plantage
Seine Plantage konnte sich durchaus sehen lassen, verfügte über eine computergesteuerte Wärmelampe und ein Abzugsrohr, so dass den Nachbarn der süßliche Geruch nicht in die Nase stach.

Verlässliche Bezugsquelle
Für zumindest drei Brandbekämpfer war der 30-Jährige darüber hinaus die verlässliche Bezugsquelle. Teilweise soll er ihnen das Cannabis ungeniert in den Dienst mitgebracht haben. Dass dort auch gemütlich geraucht wurde, stellte er vor Gericht zwar in Abrede - nachdem die Plantage Ende November 2004 auf einen "Zund" hin aufgeflogen war und 17 in Vollblüte stehende Stauden ans Tageslicht gekommen waren, hatte er das allerdings noch zugegeben.

Seine "mitrauchenden" Kollegen müssen sich in einem separaten Verfahren vor dem Bezirksgericht verantworten. (apa)

9.9.2005 13:45