Mittwoch, 7. September 2005

Die Grünen warnen: Bis 2011 wird es um 12.500 weniger Pflichtschullehrer geben

  • Van der Bellen sieht "Arbeitslosenheer der Zukunft"
  • Statt Kürzungen mehr Förderlehrer gefordert

Nicht gerade rosig sieht die Zukunft für Österreichs Pflichtschulen aus. Dieser Überzeugung sind die Grünen, die am Mittwoch eine dramatische Entwicklung bis 2011 prognostizierten. In fünf bis sechs Jahren werde die Zahl der Pflichtschullehrer angesichts sinkender Schülerzahlen um rund 12.500 zurückgehen, sagte Grünen-Chef Van der Bellen.

Angesichts der schwachen Ergebnisse bei der PISA-Studie wachse bei dieser Politik von Bildungsministerin Gehrer in Österreichs Schulen "das Arbeitslosenheer der Zukunft heran". Van der Bellen kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem die teure Plakatkampagne Gehrers.

Die "neue Schule", die derzeit um 800.000 Euro von Gehrer beworben werde, sei die "kaputtgesparte Schule", so Van der Bellen. Dies betreffe insbesondere den Pflichtschulbereich. Wenn die Schülerzahlen sinken - wie aus Zahlen des niederösterreichischen Landesschulrats hervorgehe - sollten nicht Lehrerposten gekürzt, sondern die individuelle Betreuung der Schüler verstärkt werden, sagte der Grünen -Chef. Österreichweit würden in diesem Jahr jedoch 600 Dienstposten weniger besetzt.

Beim Beispiel Niederösterreich würden auf Grund der sinkenden Schülerzahlen und der gültigen Finanzausgleichsregelungen in den kommenden sechs Jahren etwa 20 Prozent der Lehrerposten gestrichen werden, sagte Grünen-Bildungssprecher Brosz. Hochgerechnet auf Österreich ergäben sich dadurch 12.500 Pflichtschullehrer weniger bis 2011 - laut Van der Bellen entspricht das exakt der aktuellen Lehrerzahl in der Steiermark und dem Burgenland zusammen.

Die Grünen wollen statt Kürzungen im Lehrerbereich die Entwicklung eines umfassenden Förderlehrersystems. Dieses "historische Fenster" müsse genützt werden, sagte Brosz. Dazu soll ein Kontingent von zehn Prozent an Förderlehrern aufgebaut werden, sagte Brosz.(apa/red)

7.9.2005 13:50