Dienstag, 6. September 2005

50 Jahre Bundesheer: Platter, Gusenbauer und Murauer gratulieren zu Jubiläum

  • Platter: "Zunahme europäischer Friedenseinsätze"
  • Murauer: "weltweit einen guten Namen gemacht

Dank und Anerkennung haben am Mittwoch Günther Platter (V), SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer und ÖVP-Wehrsprecher Walter Murauer dem österreichischen Bundesheer anlässlich seines 50jährigen Jubiläums ausgesprochen. Platter erinnert an den Einsatz im Kongo 1960, Murauer etwa an den Prager Frühling 1968, und Gusenbauer glaubt daran, dass es "gemeinsam gelingen wird, das Bundesheer auf die künftigen neuen Aufgaben vorzubereiten."

Platter stellt in seinem "Tagesbefehl" fest, dass sich das Bundesheer nicht auf seinen bisher erbrachten Leistungen ausruhen darf, sondern "vielmehr bereit sein muss, jederzeit die an es gestellten neuen Herausforderungen und Aufgaben anzunehmen". Platter erinnerte insbesondere an die "erkennbare Zunahme" an solidarischen Friedenseinsätzen in Europa.

Gusenbauer strich die "Leistungen im Rahmen der Katastrophenhilfe und des Grenzsicherugnseinsatz" sowie "die Beiträge als Friedensstifter und Friedenserhalter im Ausland" heraus. Murauer betonte, dass ausländische Militärs Österreich "immer wieder hohe Anerkennung gezollt" haben, und sich das Bundesheer so "auf der ganzen Welt einen guten Namen gemacht" habe.

Der 7. September 1955 gilt mit dem Beschluss des Wehrgesetzes im Nationalrat als Geburtstag des Bundesheeres. In den 50 Jahren seither mussten sich die Soldaten in zahlreichen Einsätzen im In- und Ausland bewähren. Der Schwerpunkt dabei hat sich zur internationalen Friedenssicherung verlagert. Katastrophenhilfe und Grenzschutz in Österreich bleiben aber weiterhin aktuell.

Diese Schwerpunkte zeigen sich auch bei laufenden Einsätzen. Seit Anfang August sind 93 Mann in Kunduz im Norden Afghanistans stationiert. Sie sollen dort zur Sicherheit während der Parlamentswahl am 18. September beitragen. Der Einsatz ist bis Ende Oktober befristet.

Gleichzeitig ist das Heer in Österreich nach den schweren Unwettern im August als Katastrophenhelfer gefordert. Mit dem Schwerpunkt Westösterreich waren bis zu 2.700 Mann gleichzeitig im Einsatz, derzeit sind es noch rund 1.800.

Mehr als 5.000 Soldaten im Dienst
Insgesamt hat sind derzeit mehr als 5.000 Soldatinnen und Soldaten bei Einsätzen engagiert. Das Gros davon im Inland: An Grenze zu Ungarn und der Slowakei standen Anfang September 1.900 Mann, um illegale Einwanderung zu verhindern, dazu kamen die 1.800 Soldaten bei der Katastrophenhilfe.

Zur Friedenssicherung im Ausland sind derzeit insgesamt rund 1.300 Personen eingesetzt. Das größte Kontingent stellt das Bundesheer mit rund 530 Personen für die KFOR-Truppe im Kosovo. Bei UNDOF auf den Golanhöhen zwischen Syrien und Israel sind rund 370 Personen im Einsatz, weitere 280 Soldaten trägt das Bundesheer zu der von der EU geführten Mission "Althea" in Bosnien-Herzegowina bei. 93 Mann stark ist die österreichische Truppe in Afghanistan. Dazu kommen Missionen, an denen sich Österreich mit Militärbeobachtern bzw. Stabspersonal beteiligt. (apa)

6.9.2005 13:51