Seilbahn-Drama: Ungeheure Kräfte schleuderten Gondel-Passagiere ins Freie
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Nach dem schweren Seilbahnunglück im Tiroler Ötztal hat sich am Dienstag auch die Frage gestellt, warum so viele Passagiere durch die geschlossenen Fenster der beiden am Seil verbliebenen Kabinen ins Freie und damit in den Tod geschleudert wurden. Der Geschäftsführer der Gletscherbahn, Jakob Falkner, verwies auf Tests, denen die Gondeln vor Inbetriebnahme in einer technischen Prüfanstalt unterzogen worden seien. "Es hat aber einfach niemand damit gerechnet, dass eine Kabine von einem 700 Kilogramm schweren Betoncontainer getroffen werden könnte", sagte Falkner.
Man habe noch am Dienstag mit dem Seilbahnhersteller Kontakt aufgenommen. Die so genannten "Omega 3/8 Kabinen" würden alle Vorschriften erfüllen und seien bei den gesetzlich vorgeschriebenen Tests Kräften von bis zu 2G (zweifaches Körpergewicht; Anm.) ausgesetzt worden.
Beim Unglücks müssten ungeheure Kräfte auf die Gondeln eingewirkt haben. Derzeit könne man nur Vermutungen anstellen, sagte Falkner. Es habe durch den Aufschlag des Containers offenbar eine "brutale Beschleunigung nach oben und unten" gegeben haben, die Passagiere wurden zum Teil gegen die Scheiben und ins Freie geschleudert. Durch eine Kombination von Pendel- und Schlagkraft könnten sich die Kabinen so verformt haben, dass die Scheiben aus der Verankerung gerissen wurden.
Die größte Anzahl der Todesopfer gab es übrigens in der Gondel, die sich oberhalb der vom Container getroffenen Kabine befand. Aus dieser wurden sechs Personern ins Freie geschleudert und starben. In der darunter fahrenden Gondel wurde nur eine Person verletzt.
(apa/red)
