Mordversuch in Salzburg: Mann übergoss seine Gattin mit Benzin und zündete sie an
- Opfer schwebt im UKH Linz nun in Lebensgefahr
- Zwei Kinder waren bei Tat in Wohnung anwesend
Eine Deutsche ist in der Nacht auf heute, Montag, in der Stadt Salzburg von ihrem 46-jährigen Ehemann mit Benzin übergossen und angezündet worden. Das Opfer, das in einer Spezialabteilung im UKH Linz behandelt wurde, befand sich am Nachmittag noch immer in Lebensgefahr. Motiv für die grausame Tat dürften länger dauernde Familienstreitigkeiten gewesen sein, sagte Hermann Rechberger von der Sicherheitsdirektion.
Die Polizei wurde Montag gegen 1.00 Uhr in die Lieferinger Hauptstraße 112 gerufen. Zeugen hatten wegen eines Mannes, der dort um das Haus schleiche und angedroht habe, das Gebäude anzuzünden, Alarm geschlagen.
Mehrere Funkstreifenbesatzungen rückten aus, bei ihrem Eintreffen hörten die Beamten aus dem Haus laute Hilfeschreie. Sie versuchten zunächst, die versperrte Haustüre einzutreten, was jedoch misslang. Im Stiegenhaus nahmen sie einen Brandherd sowie Benzingeruch wahr. Die Beamten versuchten über den Balkon einzusteigen und brachen dort eine Tür auf.
Dann sahen sich die Polizisten einem Schreckensbild gegenüber: Die Frau stand von der Gürtellinie zum Kopf hin in Flammen. Die Beamten löschten das Feuer und brachten das Opfer in eine stabile Seitenlage.
Der mutmaßliche Täter flüchtete zunächst durch einen Sprung aus einem im ersten Stock gelegenen Fenster. Kurze Zeit später wurde der 46-Jährige in der Münchner Bundesstraße festgenommen. Der freischaffende Künstler aus Deutschland hatte bei seiner Verhaftung noch das Feuerzeug dabei, mit dem er seine 33-jährige Ehefrau angezündet hatte. Er wurde im Polizei-Anhaltezentrum Salzburg in Gewahrsam genommen. Am Vormittag begannen die Kriminalisten mit dem Verhör.
Die 33-Jährige wurde vom Roten Kreuz in die Dermatologie des Landeskrankenhauses Salzburg eingeliefert, dann ins Unfallkrankenhaus nach Linz überstellt, wo die Ärzte auch am Nachmittag noch um ihr Leben kämpften. Laut Aussagen der behandelnden Ärzte in Salzburg bzw. Linz sollen 50 bis 60 Prozent der Haut des Opfers verbrannt sein. Sollte es der Zustand der Patientin erlauben, wollen die Ärzte versuchen, die zerstörte Haut entfernen.
Die Kinder des Paares, ein zwölf- und ein siebenjähriger Bub, wurden zur psychologischer Betreuung in das Kinderspital des Landeskrankenhauses gebracht. Der Tat war ein Ehestreit vorausgegangen, der darin gipfelt hatte, dass bereits am Samstagabend die Polizei zu der Wohnung gerufen worden war: Nach einer Auseinandersetzung hatte sich der 46-Jährige mit einer Axt über den Balkon Zutritt zur Wohnung verschafft und die Frau mit dem Umbringen bedroht. Alarmierte Polizisten stellten bei der Frau leichte Verletzungen am Hals und am rechten Schlüsselbein fest.
Der Ehemann war daraufhin festgenommen worden, gegen ihn wurde ein Betretungsverbot ausgesprochen. Da er unbescholten war, wurde er aber zunächst auf freiem Fuß angezeigt.
(apa)
