Donnerstag, 1. September 2005

Ab jetzt wird rund um Stadthalle abgecasht Pilotprojekt "Blaue Zone" gilt von 18-23 Uhr

  • ÖAMTC bezweifelt Wirksamkeit der neuen Regelung
  • FPÖ: "Wenn schon Parkpickerl, dann kostenlos!"

Seit Donnerstag werden die Umgebung der Stadthalle und ein Gutteil des 15. Bezirks täglich von 18 bis 23 Uhr (auch an Sonn- und Feiertagen) zur Parkpickerlzone. Damit sollen den Anrainern in Zukunft mehr Parkflächen zur Verfügung stehen. Gerade das glauben die ÖAMTC-Experten aber nicht.

Die Clubexperten zweifeln, ob die Parkraumüberwachungsorgane ihrer Verpflichtung nachkommen werden, alle Fahrzeuge auf Einhaltung der höchstzulässigen Parkdauer von zwei Stunden zu kontrollieren. So können sie mit einem Kreidestrich im Bereich der Reifen feststellen, ob das Fahrzeug bewegt worden ist. Sonst könnten Stadthallenbesucher einfach mittels Handy den elektronischen Parkschein über den erlaubten Rahmen hinaus verlängern.

Rückerstattung des Pickerlbeitrags
Wird die Parkdauer nicht überprüft, würde der Sinn der Kurzparkzone - Schaffung von mehr Abstellflächen für die Anrainer - unterlaufen werden. Die Clubexperten stehen auf dem Standpunkt, dass eine gebührenpflichtige Parkpickerlzone auch ordnungsgemäß kontrolliert werden muss. Sonst verkommt hier die Parkraumbewirtschaftung zur Geldbeschaffungsaktion für die Gemeinde Wien. Sollten die Anrainer, die für ein Zweijahres-Pickerl 169,49 Euro zahlen müssen, keine neuen Parkplätze vorfinden, fordert der ÖAMTC das Ende dieser Maßnahme und die Rückerstattung des Pickerl-Betrags.

FP: "Wenn schon Parkpickerl, dann kostenlos"
In einem Pressegespräch erinnerten LAbg. Mag. Helmut Kowarik und der FPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter des 15. Bezirkes Karl Schwing an die seit Jahren bestehende Forderung ihrer Partei nach einem Parkraumbewirtschaftungskonzept für den 15. Bezirk. Auch ein Verkehrskonzept für die Gegend um die Stadthalle mit entsprechenden Einbahnführungen und Durchfahrtsverboten sei unerlässlich. "Wenn schon ein Parkpickerl, dann kostenlos", fordern Kowarik und Schwing. Weiters sollte die Stadthallen-Eintrittskarte nicht nur als Fahrschein auf den Wiener Linien gelten, sondern auch für die Dauer der Veranstaltung ein kostenloses Parken in der Stadthallen-Parkgarage ermöglichen. Kritisiert wurde auch die Gebühr für das Parkpickerl von rund 170 Euro, hier wären - so die FPÖ-Politiker - ohne Gesetzesänderung 69 Euro möglich gewesen.

Ausweitung der Kurparkzone
Auch Felberstraße, Huglgasse, Holochergasse und Oeverseestraße, die nicht zum direkten Einzugsgebiet der Stadthalle gehören, werden Kurzparkzone. Das zeigt laut ÖAMTC, dass flächendeckende Kurzparkzonen auch in weiten Teilen der Außenbezirke geplant sind.(APA/red.)

1.9.2005 12:08