Mittwoch, 31. August 2005

Österreich tobt: Horrende Spritpreise sind absoluter Wahnsinn und nicht mehr tragbar

  • Einbremsen lassen sich Lenker aber trotzdem nicht
  • Hybridautos u.ä. sind als Alternativen denkbar

"Das ist eine Frechheit und für uns Taxler bald nicht mehr tragbar." Eine Taxilenkerin am Schwedenplatz in Wien gerät geradezu in Rage, spricht man sie auf die höchsten Spritpreise an, die es in Österreich je gegeben hat. Auch bei ihren Fahrgästen ist der derzeit extrem teure Treibstoff ein Thema. "Alle sind sich einig", sagt sie, "nämlich dass das ein Wahnsinn ist".

Das bestätigt auch ein anderer Taxler, der sich aber im Gegensatz zu seiner Kollegin bereits über Alternativen Gedanken gemacht hat: "Von Toyota gibt's ja ein Hybridauto. Für die Zukunft ist das eine Überlegung wert." Auch ein erdgasbetriebenes Fahrzeug kann er sich vorstellen. Seine Kollegin hält davon überhaupt nichts: "Das kommt für mich nicht in Frage."

Eigenenergieversorgung
Ein Motorradfahrer mit deutlicher Vorarlberger Sprachfärbung, der sich am Schwedenplatz ein Eis gekauft hat, geht auf APA-Anfrage gleich auf die europäische Energiepolitik los: "Vielleicht sollten wir in Europa nicht so viel jammern und dafür mehr an die Eigenenergieversorgung denken." Er verstehe u.a. nicht, warum einerseits die Wiener Stadtbusse bereits seit Jahren mit Erdgas fahren würden, städtische Lkw jedoch nicht.

Nutzung alternativer Quellen
Auch die Nutzung alternativer Quellen wie die Sonnenenergie komme seiner Meinung nach viel zu kurz. Es werde immer nur diskutiert, aber nichts unternommen, so der Mann: "In Wien wird seit zehn, 15 Jahren über ein Kraftwerk, das mit Altholz von Baustellen betrieben werden soll, geredet, geschehen ist bis jetzt nichts." Ein weiterer bisher unbeachteter Vorteil all dieser Alternativen sei, "dass die gesamte Wertschöpfung im Lande bleibt". Die aktuelle Situation würde ausschließlich den Mineralölfirmen zugute kommen.

Autofahr-Gewohnheiten kaum geändert
Dennoch denken die Österreicher offenbar nicht wirklich daran, ihre Autofahr-Gewohnheiten zu ändern. "Sicher fahre ich weiter genauso viel mit dem Auto wie vorher, sonst steht es ja nur herum und ich zahl nur die Versicherung", sagt eine Kellnerin in einer Pizzeria in der Wiener City. Und auch der Tankwart bei einer "Avanti"-Tankstelle in der Brigittenau kann keinerlei Verhaltensänderungen seiner Klienten beim Tanken feststellen. "Vielleicht liegt es daran, dass wir immer schon ein bisschen billiger waren als die umliegenden Tankstellen. Unsere Stammkunden tanken so wie gewohnt." Allerdings würde sehr wohl jeder über die immer weiter steigenden Sprit-Preise jammern. Einen der Befragten am Schwedenplatz lässt das alles vollkommen kalt: "Mir ist's wurscht, ich bin kein Autofahrer und nehm' immer die Öffis." (APA/red.)

31.8.2005 13:03