Dienstag, 30. August 2005

ARBÖ ortet Lebensgefahr für Nachwuchs: Jedes 5. Wiener Kind nicht richtig angegurtet

  • Aktivierte Beifahrer-Airbags besonders gefährlich
  • Wer sein Kind nicht sichert, riskiert eine Vormerkung

Um die Sicherheit der Kinder im Auto steht es nicht zum Besten: 19 Prozent (fast jedes fünfte Kind) sind in Wien nicht richtig angegurtet. Das zeigte eine Stichprobenüberprüfung des ARBÖ. 35 Prozent der transportierten Babys werden am Beifahrersitz trotz aktivierten Beifahrer-Airbags mitgeführt und damit unwissentlich Todesgefahr ausgesetzt.

Bei 54 Prozent der Kinder saßen die Gurte zu locker. Bei 24 Prozent war die Gurthöhe falsch eingestellt, bei zehn Prozent der Schultergurt falsch geführt. Bei zwölf Prozent waren Gurte falsch eingefädelt.

Veraltete Kindersitze
29 Prozent der Kindersitze hatten keine oder völlig veraltete Normen. Sie entsprachen nicht einmal der EU-Mindestnorm. Bei sechs Prozent passte der Sitz nicht zu Größe und Gewicht des Kindes. Bei 17 Prozent der Kindersitze war die innere Schale lose, bei 16 Prozent die seitliche Befestigung kaputt, bei zwölf Prozent die Nackenstütze beschädigt.

Beifahrer-Airbags besonders gefährlich
84 Prozent der Baby-Liegeschalen werden am Beifahrersitz transportiert. Alarmierend laut ARBÖ: Bei 35 Prozent war der Beifahrer-Airbag aktiviert, obwohl dies verboten ist und bei einem Aufprall Lebensgefahr durch den ausgelösten Airbag besteht.

Vormerkung droht
Seit 1993 ist es in Österreich verboten, Babyliegeschalen am Beifahrersitz bei nicht deaktiviertem Beifahrer-Airbag zu montieren. Seit 1997 wird den Autoherstellern gesetzlich vorgeschrieben, einen Warnhinweis anzubringen. Viele Eltern wissen offenbar dennoch nichts über die Airbag-Gefahr am Nebensitz. Wer Kinder im Auto nicht richtig sichert, riskiert seit 1. Juli eine Vormerkung. (apa/red)

30.8.2005 11:15