Mittwoch, 31. August 2005

"Pfui" für Obstsalate, Fitnessteller und Co: Jedes dritte Angebot ist gänzlich verdorben!

  • Wien: 12 "ready-to-eat"-Frischprodukte im AK-Test
  • Nur jede zweite Probe qualitativ voll in Ordnung

Sie gelten als die bequeme und gesunde Alternative zu Topfengolatschen oder Bratwurst: Obstalate, Fruchtcocktails oder Fitnessteller, essfertig verpackt und mittlerweile nahezu überall erhältlich. Sind sie aber nicht immer, das ist das Ergebnis eines aktuellen AK Tests.

Von 12 Proben waren vier verdorben, ein weiteres knapp dran. Nur jede zweite war qualitativ voll in Ordnung und ausreichend frisch. Informativ gekennzeichnet war auch nur jedes zweite - in den meisten Fällen aber rechtlich ok, denn wenn Produkte im Bediensystem nur kurz zum Verkauf bereitgehalten werden, gelten die Vorgaben des Kennzeichnungsrechts nicht.

Mangelhafte Hygiene
Im August wurden in Wiener Supermärkten, Drogeriemärkten, Feinkostläden, bei einem Marktstand und einem Fast Food Restaurant 12 sogenannte "ready-to-eat"-Frischeprodukte eingekauft, in Kühlboxen in die Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien gebracht und auf ihre Genusstauglichkeit untersucht. Unbefriedigend KonsumentInnen müssen bei jedem dritten Kauf damit rechnen, kein einwandfreies Produkt zu bekommen. Bei jedem vierten Kauf erwischen KonsumentInnen ein bereits verdorbenes Produkt - und das bei einer Produktgruppe, die als besonders gesund gilt. Die Ergebnisse zeigen, dass hinsichtlich Hygiene beim Schneiden und Verpacken Verbesserungen nötig sind und auf durchgängige Kühlung und Lichtschutz mehr Augenmerk gelegt werden muss.

Kennzeichnung verbesserungswürdig
Die Kennzeichnung der im Selbstbediensystem abgegebenen Produkte war bis auf zwei Proben in Ordnung. Die Kennzeichnung der im Bediensystem abgegebenen Waren ist unbefriedigend, da außer dem Preis keinerlei Informationen verfügbar sind. Hier sind konsumentenfreundlichere Vorgaben nötig. Aus KonsumentInnensicht sollten auch in Bedienung abgegebene Frischeprodukte entsprechend der Lebensmittelkennzeichnungsverordnung gekennzeichnet werden müssen. Jedenfalls sollten Verpackungsdatum, Gewicht und Sachbezeichnung - bei Mischungen auch die Zusammensetzung - und wünschenswerterweise auch die Herkunft der verwendeten Waren als wesentliche Entscheidungsparameter für VerbraucherInnen kenntlich gemacht werden.

Selbermachen spart viel Geld
Besonderes Augenmerk sollten KonsumentInnen jedenfalls den verlangten Preisen widmen. Die Preise sind unterschiedlich, aber generell relativ hoch und deutlich höher als die Preise für nicht verarbeitetes Obst/Gemüse. Wer also Früchte und Gemüse unverarbeitet kauft und sich seinen Obstsalat oder Fruchtcocktail selbst herstellt, spart pro Kilo 5 Euro und mehr.

Tipps für KonsumentInnen
Nehmen Sie vor dem Kauf die Packung gründlich unter die Lupe. Wählen sie Produkte, die am Einkaufstag verpackt wurden. Sorgen Sie für kurze Transportwege nach dem Einkauf, am besten in einer Kühl- oder Isoliertasche. Kontrollieren Sie nach dem Öffnen, ob die Ware arttypisch riecht. Fallen Abweichungen auf oder sind Fremdgerüche wahrnehmbar, tragen Sie das Produkt zurück zum Anbieter. Er muss es gegen einwandfreie Ware austauschen oder den Kaufpreis rückerstatten. Sollte es Probleme geben, schalten Sie das Marktamt ein. (APA/red.)

31.8.2005 13:52
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