Freitag, 2. September 2005

Britische Forscher: Erhöhte Krebsgefahr durch Handy-Strahlung ist nicht nachweisbar

  • Risiko für Tumor in ersten zehn Jahren nicht gegeben
  • Langzeitfolgen sind allerdings noch nicht absehbar

Die Diskussion rund um negative Folgen durch Handystrahlung geht in die nächste Runde. Während die Österreichische Ärztekammer eindringlich vor der zu häufigen Verwendung von Handys warnt, halten britische Forscher Mobiltelefone jetzt für weitgehend ungefährlich. In einer aktuellen Untersuchung des britischen "Institut of Cancer Research" wollen die Forscher herausgefunden haben, dass eine bestimmte Krebsform, die bisher mit Handys in Verbindung gebracht wurde, nicht durch Mobiltelefone hervorgerufen wird. Andere Auswirkungen wurden allerdings nicht untersucht; auch Langzeitfolgen seien noch nicht absehbar.

Akustikgeschwulst
Im Zentrum der Studie stand die so genannte "Akustikgeschwulst", berichtet golem. Dieser Tumor bildet sich im Innenohr an der Verbindung zum Gehirn. Die Forscher untersuchten 678 Patienten mit dieser Erkrankung sowie 3.553 Menschen, die davon nicht betroffen waren. Dabei wählten sie Probanden aus Großbritannien, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen aus, wo Mobiltelefone schon sehr frühzeitig verbreitet waren.

Kein erhöhtes Risiko für Tumor
Die Teilnehmen wurden daraufhin nach ihren Telefongewohnheiten befragt, wobei die Dauer und Häufigkeit der Gespräche und die Verwendung von Headsets berücksichtigt wurde. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass sich in den ersten zehn Jahren der Handynutzung das Risiko für eine Akustikgeschwulst nicht erhöht.

Langzeitfolgen noch ungewiss
Die Forscher betonen jedoch, dass über jahrzehntelangen Gebrauch von Mobiltelefonen noch keine Aussagen gemacht werden könnten. Auch andere Schädigungen wurden in dieser Studie nicht untersucht. In Großbritannien ist die Bevölkerung über mögliche Strahlungsschäden besorgt: Anfang 2005 musste ein für Kinder gedachtes Handy vom Markt genommen werden, nachdem eine andere Untersuchung besondere Gesundheitsrisiken bei Kindern feststellte, die Handy benutzen, so golem. (red)

2.9.2005 09:12