Mittwoch, 31. August 2005

Reflex-Studie belegt: Menschliche Zellen sind durch Handy-Strahlung gefährdet

  • Auswirkungen aber noch nicht ausreichend erforscht
  • Forsetzung der Forschung auf diesem Gebiet wichtig

Die von Mobiltelefonen verursachte elektromagnetische Strahlung, deren Intensität im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte liegt, ist für Zellen definitiv gefährlich. Allerdings sind die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch nicht ausreichend erforscht. Zu diesem Ergebnis ist nun der Koordinator der internationalen "Reflex-Studie", Franz Adlkofer, gelangt.

In isolierten menschlichen Zellen habe mehrstündige Bestrahlung mit elektromagnetischen Wellen unterhalb des so genannten SAR-Wertes zu gentoxischen Defekten geführt, berichtete Adlkofer. Die Spezifische Absorptionsrate (SAR) liegt bei 2 Watt pro Kilogramm Gewebe und wird sowohl von der Europäischen Union (EU) als auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Richtwert empfohlen.

Kausaler Zusammenhang nicht belegbar
"Ein kausaler Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und chronischen Erkrankungen ist aber keineswegs belegbar", zog Adlkofer Bilanz. Die Resultate der Studie "erhöhen jedoch die Plausibilität für eine solche Annahme".

Fortsetzung der Forschung wichtig
Aus diesem Grund sei die Fortsetzung der Forschung auf diesem Gebiet sehr wichtig. Sollte sich nämlich herausstellen, dass die bisher erlaubte Strahlung sehr wohl für genetische Defekte im Körper verantwortlich ist, wäre das "ein gesellschaftspolitisches Problem", so Adlkofer. Deshalb appellierte der Wissenschaftler an Industrie und Politik, eine frühe Vorsorge anzuerkennen.

Reflex-Studie
Die "Reflex-Studie" ("Risk Evaluation of Potential Environmental Hazards from Low Energy Electro-magnetic Field Exposure Using Sensitive in vitro Methods") wurde in zwölf universitären Arbeitsgruppen in sieben Ländern Europas durchgeführt. Sie begann im Februar 2000, wurde Ende Mai 2004 abgeschlossen und kostete knapp drei Mio. Euro - zwei Drittel davon übernahm die EU. (apa/red)

31.8.2005 10:00