Montag, 29. August 2005

Handymasten: VPNÖ möchte Eindämmung jetzt mit Infrastrukturgesellschaft erreichen

  • Schneeberger: Minimum an Masten und Kosten
  • Versorgungsqualität soll trotzdem gewährleistet sein

Eine gemeinsame Infrastrukturgesellschaft soll das Handymasten-Dickicht eindämmen. Diese von Landeshauptmann Erwin Pröll (V) erhobene Forderung unterstrich Klaus Schneeberger, Klubobmann der Volkspartei im NÖ Landtag. Mit einer solchen Gesellschaft wäre es möglich, mit einem Minimum an Masten und Kosten für die Kunden ein Maximum an Versorgungsqualität zu gewährleisten.

Rechtlichen Rahmen schaffen
Schneeberger weiter: "Natürlich gilt es dabei, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Sollte bundesgesetzlich einer solchen Infrastrukturgesellschaft etwas im Wege stehen, werden wir diesbezüglich an den Bundesgesetzgeber herantreten und ihn auffordern, die gesetzlichen Möglichkeiten zu schaffen."

Vorbild Bayern
Für ein gemeinsames Versorgungskonzept gebe es bereits "erfolgreiche Vorbilder", sagte der VPNÖ-Klubchef. "So existiert etwa in Bayern eine freiwillige Vereinbarung, um eine möglichst effektive gemeinsame Nutzung von Standorten und gleichzeitig eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. In dieser Vereinbarung ist beispielsweise festgeschrieben, dass eine Mehrfachnutzung von Maststandorten anzustreben ist und die Anzahl der Sendemasten auf ein unerlässliches Minimum eingeschränkt wird." Die bayrischen Mobilfunkbetreiber hätten sich sogar verpflichtet, bei nicht baugenehmigungspflichtigen Mobilfunkstandorten (unter zehn Metern Höhe) eine Mehrfachnutzung von 40 Prozent und bei baugenehmigungspflichtigen (über zehn Metern) eine gemeinsame Nutzung von 80 Prozent zu erreichen.

"Glaubwürdigkeit der Mobilfunkmanager gefährdet"
"Wenn unsere Betreiber angesichts einer 60prozentigen Bündelung von einer technischen Unmöglichkeit sprechen, ist das nur ein neuerlicher Beweis ihres Unwillens", so Schneeberger. Er erwarte Lösungen. "Wenn in Bayern eine solche gemeinsame Nutzung möglich ist, die Herren Nemsic, Pölzl und Co. aber keinerlei konstruktive Vorschläge einbringen, verlieren die hoch bezahlten Mobilfunkmanager massiv an Glaubwürdigkeit." (apa/red)

29.8.2005 12:38