Dienstag, 30. August 2005

Aus für Latex und Peitsche: Großbritannien will Gewaltpornos aus dem Netz verbieten

  • Bereits Besitz von Porno-Bildern soll strafbar werden
  • Auslöser für das Gesetz ist der Mord an einer Lehrerin

Die britische Regierung will das Herunterladen und den Besitz von Fotos aus dem Internet verbieten, die Gewaltpornografie und sexuellen Missbrauch darstellen. Ein solches Gesetz wäre das erste dieser Art in einem westlichen Staat, so Innenminister Paul Goggins. Während die Veröffentlichung und Verbreitung von solchen Fotos in vielen Ländern geahndet wird, ist der bloße Besitz meist straffrei. In Österreich steht der Besitz von kinderpornografischem Material unter Strafe.

Der britische Gesetzentwurf bezieht sich auf Fotos, die den Sexualverkehr mit Tieren oder Leichen zeigen, oder auch Situationen, in denen in irgendeiner Weise Gewalt ausgeübt wird. Goggins nannte als Auslöser für die Initiative den Fall der 31-jährigen Lehrerin Jane Longhurst, die 2003 von einem Bekannten ermordet wurde, der zwanghaft Darstellungen mit Gewaltpornografie aus dem Internet sammelte. Der Minister räumte allerdings ein, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gebe, dass bestimmte Bilder gewaltsames Handeln verursachen. (apa/red)

30.8.2005 16:32