Freitag, 2. September 2005

Österreich für die ganze Eurozone: Unsere Nationalbank druckt Scheine für Europa

  • Stellt '06 größten Teil der benötigten "Hunderter" her
  • Neue Banknotenserie baut auf bisherigen Sujets auf

Die Druckerei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) stellt den größten Teil der in der Eurozone im nächsten Jahr 2006 benötigten 100-Euro-Scheine her. Weiters werde die 100-prozentige OeNB-Tochter Oesterreichische Banknoten- und Sicherheitsdruckerei (OeBS) einen Teil der benötigten 5-Euro-Schein herstellen, erklärte OeNB-Hauptabteilungsleiter Stefan Augustin am Rande des Europäischen Forum Alpbach vor Journalisten.

Von beiden Werten werden insgesamt mehr als 200 Millionen Stück hergestellt, sagte Augustin. Die genaue Auftragshöhe wurde nicht genannt. Im Durchschnitt werden für die Herstellung einer Euro-Banknote rund 7 Cent verrechnet. Damit ergibt sich ein ungefährer Auftragswert in der Größenordnung von 14 Mio. Euro. Die Kosten schwanken nach Ausstattung der Banknoten, so ist etwa die beim Kippen der höherwertigen Banknoten wechselnde Farbe vergleichsweise teuer.

Nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres sei "die Sanierung der OeBS gelungen", erklärte OeNB-Vize-Gouverneur Wolfgang Duchatczek. Nach einem ausgeglichen Budget im vergangenen Jahr liege man auch im laufenden Jahr bisher "auf null".

Jährlich werden 20 bis 25 Prozent der umlaufenden Banknoten von den Notenbanken der Eurozone eingezogen und durch neue Exemplare ersetzt. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Euro-Scheins liegt je nach Nutzungsfrequenz zwischen zwei und sieben Jahren.

In der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt laufen bereits die Planungen für die "zweite Serie" von Euro-Banknoten, die voraussichtlich Ende des Jahrzehnts in den Umlauf kommen sollen. Sie sollen sich von den aktuellen Banknoten in erster Linie durch neue Sicherheitsmerkmale unterscheiden. Neue Motive soll es nicht geben, es werde "auf bestehenden Sujets aufgesetzt", hieß es. Die Beschlüsse dazu fallen aber in den zuständigen EZB-Gremien.

Ab 2007 wird es auch kleine Änderungen bei den Euro- und Cent-Münzen geben: Dann wird die auf der Rückseite abgebildete Landkarte um die neuen EU-Länder aktualisiert werden. In der Eurozone sind rund 60 Mrd. Münzen im Umlauf.
(apa)

2.9.2005 13:59