Jobgarantie bis Mitte 2006: T-Mobile spricht
nach Übernahme von tele.ring Klartext
- Vereinbarung gilt für Belegschaft beider Betriebe
- Mittelfristig werden 200 bis 300 Mitarbeiter abgebaut
Die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile Austria gibt nach der Übernahme des österreichischen Konkurrenten tele.ring für die Mitarbeiter eine Jobgarantie bis Mitte 2006 ab. Bis 30. Juni 2006 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Darauf hätten sich Geschäftsführung und Belegschaftsvertretung geeinigt, hieß es aus Verhandlerkreisen nach Abschluss der Gespräche.
Die Garantie gilt sowohl für die bisherigen tele.ring-Mitarbeiter als auch für das bestehende T-Mobile Austria-Personal - in Summe 2.200 Beschäftigte. Berücksichtigt man die zusätzliche Kündigungsfristen von mindestens sechs Wochen, sind Kündigungen jetzt aber erst frühestens per Monatsende August 2006 möglich.
Laut früheren Aussagen von T-Mobile-Austria-Chef Georg Pölzl sollen nach der Fusion mittelfristig 200 bis 300 Mitarbeiter abgebaut werden. Für sie wird es nach Ablauf der Jobgarantie eine freiwillige Sonderabfertigung und ein so genanntes "Outplacement"-Programm geben, bei dem den Mitarbeitern bei der Karriereplanung und der Jobsuche geholfen werden soll. Für schwer vermittelbare Härtefälle soll es außerdem einen zusätzlichen Härtefonds und Unterstützung durch den Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) geben.
Gewerkschaft lobt Sozialplan für tele.ring-Übernahme
Der Gewerkschaft Privatangestellter (GPA) hat die befristete Beschäftigungsgarantie von T-Mobile für die geplante tele.ring-Übernahme bestätigt. GPA-Verhandlungsführer Karl Proyer sprach von einer "Vereinbarung mit besonders hoher Qualität" und "Vorbildcharakter" für andere Unternehmen der Branche.
Auf Grund dessen, dass Kündigungen erst nach Ablauf der Frist am 30.6.2006 ausgesprochen werden könnten, viele Mitarbeiter über eine Kündigungsfrist von drei Monaten verfügten und die Kündigungen in vielen Fällen dann erst mit Quartalsende wirksam würden, habe man für eine große Zahl für Mitarbeiter die Beschäftigung bis Jahresende 2006 gesichert, sagte Proyer.
Gleichzeitig geht der Gewerkschafter davon aus, dass T-Mobile danach "deutlich weniger" als die zuletzt angekündigten 200 bis 300 Arbeitsplätze abbauen wird. Wen es dennoch trifft, für den sehe der Sozialplan wahlweise eine Karriereplanung und Jobvermittlung im Rahmen des "Outplacement-Programms" oder eine einmalige Sonderabfertigung vor, die um die Hälfte höher sein wird als die gesetzliche Abfertigung, so Proyer. (apa/red)

