Donnerstag, 1. September 2005

Richard Lugner im NEWS-Talk über
sein Imperium: "Mir gehört gar nix mehr"

  • Auch im neuen Kinocenter haben Banken das Sagen
  • PLUS: Infos über das neue Lugnerplex in Wien

Mit seinem neuen Kinocenter sorgte Richard Lugner dieser Tage wieder für einiges Aufsehen. Doch auch in seinem Film-Tempel haben längst die Banken das Sagen. Der Baulöwe im NEWS-Talk: "Mir gehört gar nix mehr."

So locker wie der Schmäh sitzt bei Richard Lugner das Geld schon lange nicht mehr. Sogar seinen morgendlichen Caffè latte in einer Konditorei im Obergeschoß der Lugner City lässt er inzwischen gern anschreiben: "Ich zahl später - wie immer."

Leasing-Kino
In der Tat steht Neolichtspieler Lugner finanziell alles andere als dick da. Den Konkurs seiner Baufirma konnte er Ende 2003 gerade noch abwenden - seither haben in seinem Imperium aber andere das Sagen. Lugner bringt seine Situation gegenüber NEWS auf den Punkt: "Mir gehört gar nix, ich hab praktisch keine Rechte - alles ist in der Stiftung oder bei den Banken." Und fügt hinzu: "Mir geht's nicht mehr ums Geld. Ich will das Haus nur mit Leben erfüllen."

So wurde auch das nagelneue, 28 Millionen Euro teure Kinocenter zu 51 Prozent von der Volksbanktochter Immo Consult Leasing finanziert. Je 24,5 steuerten die Erste-Bank-Tochter Immorent und die Raiffeisen Leasing bei. Als Betreiber fungiert zwar die Lugner City Kinobetriebsgesellschaft, die allerdings nur zu 40 Prozent der familieneigenen Stiftung gehört. Weitere 40 Prozent sind im Besitz der Kiba, einer mit dem Disney-Filmverleih Buena Vista eng verbandelten Gesellschaft. Die restlichen 20 Prozent hält der Waldviertler Kinokönig Peter Hauswirth. Bei den aktuellen Leasingraten - die von der Betreibergesellschaft gezahlt werden - wird es zudem mindestens 20 Jahre dauern, bis alle Verbindlichkeiten abbezahlt sind. Lugner wäre dann schlappe 93.

Ausverkauf
An seinem Paradeobjekt, dem Vorstadtflaniertempel Lugner City, ist er nur noch mit zehn Prozent an der Betreibergesellschaft beteiligt. Gebäude und Liegenschaft selbst, die mit rund 65 Millionen Euro bewertet werden, gehören seit Lugners Fast-Pleite der Volksbank.

Letzte Klappe
Und für seine Baufirma fällt mit der Finalisierung des Multiplex die letzte Klappe. Die eigentliche Auslöserin der Finanzmisere wird schlichtweg zugesperrt. Bleiben Lugner noch Immobilienbesitze, die aber großteils in die familieneigene Privatstiftung eingebracht und somit seinem unmittelbaren Zugriff entzogen sowie weiters mit beträchtlichen Hypotheken belastet sind.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS!

1.9.2005 09:31