Heimische Händler leiden unter Textilkrise:
Blockierte Ware verursacht hohe Schäden
- Unzählige Kleidungsstücke in China zurückgehalten
- Handel schlie0t eine Preiserhöhung nicht mehr aus
Der Textilstreit zwischen der EU und China über die Importquoten hat beim heimischen Einzelhandel bisher einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Noch immer seien eine Million Pullover, 160.000 Hosen und 1.000 Blusen in den Zolllagern blockiert, die für den österreichischen Bekleidungshandel gedacht waren, berichtet die Sektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Diese Waren entsprächen einem Umsatz von 30 bis 40 Millionen Euro, erklärte Referent Peter Zeitler von der zuständigen Sektion der WKÖ. Die Textilkrise könne für einige Handelsbetriebe sogar ein "existenzielles Problem" darstellen, da bereits bezahlte Ware blockiert sei, fürchtet Zeitler.
Preiserhöhungen möglich
Die Händler müssten nun versuchen, die Ware anderweitig zu beschaffen, was zu Preiserhöhungen im Bekleidungshandel führen könnte. Um wieviel die Preise dabei steigen könnten, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Da und dort sei es im österreichischen Handel auf Grund des Textilstreits bereits zu Engpässen gekommen, berichtete Zeitler. Die genauen Auswirkungen auf die Branche seien noch nicht abschätzbar.
Noch kein Durchbruch
Die EU-Kommission will die derzeit in den Zolllagern blockierten Textilien aus China so schnell wie möglich in die EU lassen. EU- Handelskommissar Peter Mandelson will bei der ersten Sitzung der EU-Kommission nach der Sommerpause seine Vorschläge zur Lösung der Krise zur Abstimmung vorlegen. Bisher haben Verhandlungen zwischen der EU und China noch keinen Durchbruch gebracht. Mit der Einschränkung der Importmengen will die EU die europäischen Textilhersteller vor der Billigkonkurrenz aus China schützen.´(apa)

