Dienstag, 30. August 2005

ÖIAG ist bei der Voest ganz draußen: Umtauschanleihe vollständig gewandelt

  • Staatlicher Einfluss in Stahlkonzern Geschichte
  • Letzte Lieferung der Voest-Aktien an Bond-Investoren

Beim börsenotierten Linzer Stahlkonzern voestalpine ist der bisherige staatliche Einfluss mit dem heutigen Tag Geschichte. Sämtliche Investoren, die seit September 2003 die von der ÖIAG aufgelegte Umtauschanleihe zeichneten, haben bis 19. August von ihrem Umtauschrecht Gebrauch gemacht. Wie die Staatsholding am Dienstag weiter mitteilte, erfolgt die letzte Lieferung von Voest-Aktien am 31. August. Damit ist die Vollprivatisierung des größten österreichischen Stahlerzeugers abgeschlossen.

Im Frühjahr hatten die ersten Investoren begonnen, noch vor dem Ende der dreijährigen Laufzeit ihre Zertifikate in Voest-Aktien aus ÖIAG-Beständen zu wandeln. Bis dahin war die ÖIAG mit 15 Prozent beteiligt gewesen. Seitdem war von den ausschließlich internationalen Anlegern laufend gegen Aktien eingetauscht worden. Zuletzt hatte die ÖIAG nur noch wenige Voest-Anteile gehalten.

Mit ihrer Anleihe hat die Verstaatlichtenholding im September 2003 mehr als 245 Mio. Euro erlöst. Die Transaktion erfolgte in Kombination mit dem Börsenverkauf eines 19,7-prozentigen Voest-Pakets der Staatsholding. Weil die Anleihe zuletzt bereits zu mehr als 85 Prozent getilgt war, hatte sich die ÖIAG dazu entschlossen, die Anleihe gemäß den Emissionsbedingungen über ein so genanntes "Clean-up" fällig zu stellen.

Im Zusammenhang mit ihrem Ausstieg spricht die ÖIAG bei der Voest von einer stabilen österreichischen Kernaktionärsstruktur, die schon bei der Privatisierung gebildet worden sei und nach wie vor unverändert bestehe.

Nach dem Ausscheiden der Staatsholding ist rund die Hälfte der Voest-Anteile im Besitz österreichischer institutioneller und privater Anleger. Davon werden 10,3 Prozent von einer Mitarbeiterstiftung gehalten. Weitere Voest-Großaktionäre sind oberösterreichische Institute, die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) mit 16,4 Prozent und die Oberbank mit knapp 8 Prozent.

Aus der Vollprivatisierung der voestalpine hat die ÖIAG insgesamt mehr als 708 Mio. Euro (exklusive Dividenden) erlöst. Die Börse bewertet das Unternehmen, das 2004/05 mit einem Rekordergebnis glänzte, heute mit rund 2,5 Mrd. Euro. Der zehnjährige Privatisierungsprozess erfolgte in mehreren Schritten, beginnend mit dem Börsengang (IPO) im Oktober 1995.

(apa)

30.8.2005 09:55