Wales gefährlicher als Krankl-Elf: Polen ist gegen Österreich voll auf Sieg eingestellt!
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Im Lager des polnischen Fußball-Nationalteams ist man vor der wohl entscheidende Partie der Gruppe 6 in der Fußball-WM-Qualifikation am Samstag gegen Österreich voll auf Sieg eingestellt. So bereitet etwa Teamchef Pawel Janas das Heim-Match vier Tage später gegen Wales mehr Sorge als das Treffen mit der ÖFB-Elf im Slaski-Stadion von Chorzow (Königshütte).
Nicht auf Grund der unterschiedlichen Stärke beider Gegner, sondern auf Grund der Terminkonstellation. "Wenn wir zwei Partien hintereinander spielten, haben wir im zweiten Match nie gut ausgesehen. Das hat uns die Qualifikation für die EURO 2004 gekostet. Auch im Frühjahr war es so, als wir gegen Aserbaidschan 8:0 gewannen und danach Nordirland nur mit Mühe 1:0 besiegt haben", erklärte Janas, der aber vor der Österreich-Partie volles Vertrauen in seine Mannschaft hat. "Jetzt spürt man die Konzentration."
Im Falle eines Erfolgs am Samstag könnte sich seine Elf allerdings in trügerischer Sicherheit wiegen. "Dann besteht die Gefahr, dass wir das Wales-Match als Spaziergang betrachten", so Janas, dessen Elf im Idealfall bereits am Mittwoch über das WM-Ticket jubeln könnte. Dann nämlich, wenn gegen Österreich und Wales gewonnen wird und die Spiele in den anderen Gruppen so ausgehen, dass die Polen schon vor ihrem letzten Quali-Spiel am 12. Oktober in England fix unter den zwei besten Gruppenzweiten wären.
Szymkowiak rechnet mit sechs Punkten
Dieses Szenario sehnt Trabzonspor-Legionär Miroslaw Szymkowiak herbei. "Wir wollen uns so wie 2001 früh für die WM qualifizieren. Dazu sind sechs Punkte nötig", sagte der Mittelfeldspieler, der Österreich nicht wirklich als Stolperstein sieht. "Wir wissen, dass wir in unserem Testspiel in Herzlake am Mittwoch (Anm.: 4:1 nach dürftiger Leistung gegen BV Cloppenburg) vom ÖFB beobachtet worden sind. Aber am Samstag wird eine ganz andere Mannschaft auftreten", ist Szymkowiak überzeugt.
Im Trainingslager in Deutschland standen aber andere Themen als die ÖFB-Truppe im Mittelpunkt. Nicht die bereits vorgenommene Reservierung einer Disco für etwaige Siegesfeiern nach dem Österreich-Länderspiel, sondern das kurzfristige Verlassen des Camps des Stürmers Tomasz Frankowski und des Mittelfeldspielers Kamil Kosowski. Das Duo hatte die Erlaubnis erhalten, ihre Transfers zu Elche bzw. FC Southampton unter Dach und Fach zu bringen.
Die Top-Meldung in Herzlake war aber der überraschende Transfer von Stürmer Gzegorz Rasiak von Derby County zu Tottenham Hotspur, den sich die Londoner rund drei Millionen Euro kosten ließen. Damit avancierte der 26-Jährige, der neben Zurawski stürmen und den Vorzug gegenüber WM-Quali-Top-Torjäger Frankowski (sechs Treffer) bekommen könnte, zum viertteuersten polnischen Spieler in der Geschichte.
Teuerster Spieler des ÖFB-Gegners ist noch immer Goalie Jerzy Dudek, der 2001 für rund 5,5 Mio. Euro von Feyenoord Rotterdam zum FC Liverpool wechselte. Der Champions-League-Held der "Reds" fehlt wegen eines Ellbogenbruchs allerdings gegen Österreich ebenso wie Leverkusen-Legionär Jacek Krzynowek, dessen Muskelfaserriss in der Kniekehle möglicherweise auch einen Einsatz gegen England im Oktober unmöglich macht.
(apa/red)
