Mittwoch, 31. August 2005

Wie sind die Polen zu knacken? Standard-Situationen möglicher Schlüssel zum Erfolg

  • Krankl: "Haben in der Beziehung fantastische Spieler"
  • PLUS: BILDER vom Training des Teams im "Happel"!

Die Vorbereitungen des österreichischen Nationalteams auf die entscheidende WM-Qualifikationspartie am Samstag in Polen biegen in die Zielgerade. Am Donnerstag Vormittag absolvierten die Schützlinge von ÖFB-Teamchef Hans Krankl technisch-taktische Übungen und vor allem Schuss-Training, am Nachmittag stand ein intensives Testspiel auf dem Programm.

Dieses Match ging unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne. Krankl will sich in punkto Aufstellung nicht in die Karten schauen lassen, auch wenn er betonte: "Wir sind nicht so super, dass wir ein Geheimnis machen könnten. Das brauchen wir auch gar nicht." Dafür verriet er, dass der Weg zu einem möglichen Erfolg in Chorzow über Standard-Situationen führen könnte, die der Coach in den letzten Einheiten vor dem Anpfiff verstärkt üben lässt.

"In dieser Beziehung haben wir fantastische Spieler", meinte der frühere "Goleador", dessen Hoffnungen bei ruhenden Bällen auf groß gewachsenen Spielern wie Toni Ehmann, Martin Stranzl, Emanuel Pogatetz oder Rene Aufhauser ruhen. Andi Ivanschitz und Didi Kühbauer sollen die kopfballstarken ÖFB-Kicker mit brauchbaren Flanken versorgen.

"Auswärts sind sie besser"
Den Heimvorteil der Polen sieht Krankl nicht unbedingt als Nachteil für seine Elf. "Die Polen haben die Qualität, sowohl daheim als auch auswärts sehr gut spielen zu können. Ich denke aber, dass sie auswärts besser sind", vermutete der Coach. Der Druck für den Gegner, vor ausverkauftem Haus das Spiel machen zu müssen, könnte demnach den Österreichern zu Gute kommen. "Wir werden sehen, wie sie vor 50.000 Zuschauern nach vorne spielen und wie es uns gelingt, das abzufangen."

Die Anfangsformation für Polen steht für Krankl zwar noch nicht definitiv fest ("Das Testspiel am Donnerstag dient zur weiteren Findung der Mannschaft"), dafür weiß der Teamchef bereits, mit welchem System die Polen geknackt werden sollen. Durchaus wahrscheinlich, dass der 52-jährige Wiener mit nur einer echten Spitze beginnen lässt. "Wenn wir mit einem Stürmer spielen, muss aus dem Mittelfeld massive Unterstützung kommen. Die Außenspieler müssten wie Flügel agieren", lautet die Vorgabe von Krankl.

Salzburgs Wechselspieler Mayrleb die einzige Spitze?
Als einziger Angreifer könnte Christian Mayrleb aufgeboten werden. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison hat zuletzt bei Red Bull Salzburg sein Stammleiberl verloren, am vergangenen Wochenende aber Selbstvertrauen getankt, als die Mozartstädter nach seiner Einwechslung die Heimpartie gegen die Admira noch drehten. "Dass ich in Salzburg nicht immer zum Zug komme, stimmt mich etwas traurig. Ich werde aber versuchen, den Stammplatz so schnell wie möglich zurückzuerobern", kündigte Mayrleb an.

Auf Grund seiner Spielweise rechnet sich der 33-Jährige gegen die Polen einiges aus. "Sie haben große Leute in der Abwehr, die ein bisschen steif sind. Da sehe ich Chancen für quirlige Stürmer wie mich oder auch Akagündüz, Linz und Kuljic." Mayrleb und seine Kollegen wurden am Donnerstag Nachmittag erstmals mit Videoaufnahmen des kommenden Kontrahenten konfrontiert. Dabei standen Tore, Gegentore, das Verhalten bei Standard-Situationen sowie die Bewegungsabläufe der Polen im Mittelpunkt.

Davor hatten am Vormittag Ivanschitz, Stranzl, Aufhauser, Ehmann und Akagündüz im Therapiezentrum von Michael Götz unter Anleitung von ÖFB-Sportwissenschafter Franz Leberbauer spezielle Prophylaxe-Einheiten absolviert. Dabei handelte es sich laut Leberbauer nur um Maßnahmen, die zur Regeneration sowie Ausheilung kleinerer Wehwehchen dienten. Der Einsatz des Quintetts ist nicht gefährdet.

Auch Andreas Schranz gehört weiter dem Kader an, obwohl er das Donnerstag-Training nach einem scharfen Volley von Markus Schopp wegen stechender Schmerzen in der linken Hand beenden musste. Nach einer kurzen Behandlung wurde Entwarnung gegeben.

(apa/red)

31.8.2005 14:56