Montag, 29. August 2005

Vor WM-Qualifikation in Polen: Pogatetz kam als Verlierer und Optimist ins ÖFB-Camp

  • Der Verteidiger erzählte über sein England-Debüt
  • PLUS: Aktuelle BILDER vom Training im "Happel"!

Als Verlierer, aber dennoch zufrieden ist Emanuel Pogatetz vor den WM-Quali-Spielen am Samstag in Polen und vier Tage später in Aserbaidschan ins Wiener ÖFB-Teamquartier eingerückt. Der Fußballer hat am Wochenende sein Debüt in England gegeben und im Dress des FC Middlesbrough daheim gegen Charlton Athletic 0:3 verloren. "Die Niederlage ist mannschaftlich eine Katastrophe, für mich persönlich war es trotzdem ein Schritt vorwärts", sagte der Steirer am Dienstag.

Pogatetz, der am 26. Juni im russischen Liga-Spiel seines damaligen Vereins Spartak Moskau gegen Schinnik Jaroslawl nach einem schweren Foul (Beinbruch eines Gegners) ausgeschlossen und später letztlich für acht Spiele gesperrt worden war, bestritt sein erstes Klubspiel seit langem. Er war in der 46. Minute beim Stand von 0:1 ganz links in der Vierer-Kette eingewechselt worden. "Der Trainer war zufrieden, ich bin nahe daran, in der Startelf zu stehen", so der 22-Jährige, der für das nächste Spiel (9.9. zu Hause Arsenal) auf einen Einsatz von Beginn an hofft.

Obwohl er rund zehn Wochen kein Liga-Match absolvierte, will er von mangelnder Praxis nichts hören. "Ich habe viel und gut trainiert, bin voll ins Schuss", versichert der Teamverteidiger, dem der Transfer auf die Insel auch viel an mentaler Stärke gab. In Middlesbrough hat sich der Steirer schon gut eingelebt, ein Haus bezogen. "Zuletzt habe ich noch meinen Garten auf britischen Stil herausgeputzt, nun kann ich mich voll auf den Fußball konzentrierten", sagt Pogatetz, der sich nach einer "Wahnsinnswoche" schon gut auf den Linksverkehr eingestellt hat.

"Bei hohen Bällen mache ich mir keine Sorgen"
Einen Unterschied machte er zwischen den russischen und den englischen Stürmern gegen Charlton schon aus. In Russland seien sie technisch versierter, in England viel robuster. Und auch über die polnischen Angreifer ist er schon bestens informiert. "Ich kenne sie, bei hohen Bällen mache ich mir keine Sorgen. Mit dem ebenfalls kopfballstarken Toni Ehmann an meiner Seite sind wir stark genug, um die Polen in Schach zu halten."

Der Boro-Legionär glaubt, dass Österreich die Taktik in Polen von Haus aus defensiver anlegen, sich an das Konzept von Rapid gegen Lok Moskau anlehnen wird. "Wir dürfen nur kein schnelles Tor wie zuletzt gegen die Schotten kassieren und müssen am Anfang gut stehen. Je länger wir ein 0:0 halten, desto offensiver werden wir werden", so Pogatetz, der schon beim 1:3 in Wien gegen die Polen mit dabei war. Tormann Helge Payer hat noch keinen Fußball-Kontakt mit "Polska" gehabt.

Payer stellt sich nicht auf Polen-Stürmer ein
Von der Gefährlichkeit der gegnerischen Stürmer hat der Rapidler schon gehört, speziell studieren wird er sie für Samstag aber nicht. "Weil sie dann ohnehin immer etwas anderes tun. Außerdem stelle ich mich immer gleich ein, egal, wie der Gegner heißt. Wenn wir so spielen, wie wir es auswärts schon gezeigt haben, besitzen wir eine Chance auf den Sieg". Mit seinem Rapid-Kollege Marcin Adamski hat Payer eine Wette laufen. "Er hat mich angerufen und mir eine gute Leistung, aber keinen Sieg gewünscht."

Nach der verletzungsbedingten Änderungen im ÖFB-Kader (Kovacevic für Feldhofer) gab es vorerst keinen weiteren Tausch. Am Dienstag meldete die Teamführung Entwarnung, was die weiteren mehr oder weniger blessierten Spieler betrifft. Teambaby Ronald Gercaliu, der gegen die Schotten debütiert hatte, trainierte auch schon wieder voll mit. Der Gelenkserguss in der rechten großen Zehe stellte für den Sturm-Verteidiger keine Behinderung mehr dar.

(apa/red)

29.8.2005 14:10