Dienstag, 30. August 2005

Auch Tränen und Tragödien: Der Königliche Park von Monza erlebte nicht nur Triumphe

  • Rindt und Graf Berghe von Trips ließen ihr Leben
  • Ferrari siegte beim "Heim-GP" zuletzt dreimal in Folge

Für viele Experten ist es die Verkörperung der perfekten Formel-1-Runde, für die Italiener "La Pista Magica", also die "Magische Strecke" - der Königliche Park von Monza ist seit seiner Errichtung im Jahr 1922 eine der schillerndsten Strecken des Motorsports. Allerdings ist nicht nur die Liste der großen Sieger und spannenden Rennen lang, sondern auch die der Tragödien.

Am 10. September 1961 kam auf dem Hochgeschwindigkeitskurs Wolfgang Graf Berghe von Trips ums Leben, der Adelige riss bei seinem Unfall in der legendären, lang gezogenen Rechtskurve "Parabolica" 15 Zuschauer mit in den Tod. Der Crash des ersten deutschen Ferrari-Werkspiloten, der punkto Bekanntheit und Erfolg als Vorgänger von Michael Schumacher gilt, löste Trauer und Bestürzung aus. Posthum wurde von Trips zum deutschen Sportler des Jahres 1961 gewählt.

Neun Jahre später starb am 5. September 1970 auch Österreichs erste Formel-1-Legende Jochen Rindt in Monza, ebenfalls in der "Parabolica". Der 1942 in Mainz geborene Rindt, der nach dem Tod seiner Eltern bei den Großeltern in Graz aufwuchs, krachte im Abschlusstraining für den Italien-GP fatal gegen die Leitschiene. Rindt hatte zuvor in der WM-Saison fünf Rennen gewonnen und wurde posthum erster rot-weiß-roter F1-Weltmeister. 1978 starb der Schwede Ronnie Peterson nach einem Crash auf jener Strecke, auf der er zuvor 1973, 1974 und 1976 triumphiert hatte.

2000 kam ein Streckenposten ums Leben
Der letzte tragische und tödliche Zwischenfall im "Autodromo Nazionale di Monza" ereignete sich im Jahr 2000. Nach dem Start des Rennens kam es in der zweiten Schikane zu einem Massencrash, Strecken-Feuerwehrmann Paolo Ginslinberti wurde dabei von einem Rad getroffen und starb im Krankenhaus an seinen schweren Kopf- und Brustverletzungen. Die Bilder des weinenden Siegers Michael Schumacher, der mit seinem 41. ersten Platz mit Ayrton Senna gleichzog, gingen um die Welt.

Der Italien-Grand-Prix hat seit Einführung der WM im Jahr 1950 nur ein Mal nicht in Monza stattgefunden, nämlich 1980, damals wurde das Rennen ausnahmsweise in Imola ausgetragen. Das Rennen gilt als jenes mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit im WM-Kalender, daran konnte auch der Einbau der Schikanen in den 70er-Jahren nichts ändern. Im Vorjahr betrug der Schnitt beim Sieg des Ferrari-Brasilianers Rubens Barrichello 244,374 km/h. Die bis dato letzte "Heimniederlage" Ferraris gab es im Jahr 2001, als Juan Pablo Montoya im Williams-BMW siegte. Seitdem triumphierten Barrichello (2002,2004) und Schumacher (2003).

(apa)

30.8.2005 10:24
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts