French-Open-Sieger: BA-CA-Trophy hat mit Nadal wieder einen echten Kassenmagneten
- Spanier bei US Open mit Vorfreude auf Stadthalle
- Sandplatz-König wird auf Hardcourt gefährlicher
Die österreichischen Tennisfans dürfen sich auf einen großen Kassenmagneten bei der BA-CA-Trophy vom 8. bis 16. Oktober freuen. Rafael Nadal zog am Montag in seiner bekannt spektakulären Art in die zweite Runde der US Open ein und ließ danach keinen Zweifel daran, auch in der Wiener Stadthalle voll motiviert anzutreten. Unmittelbar nach einer zweiwöchigen Turnierpause wird der Spanier siegeshungrig zum Herbst-Highlight anreisen.
Nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch mit seinem Outfit zieht Nadal die Blicke auf sich. Die ärmellosen Leibchen lassen sein Muskelspiel voll zur Geltung kommen. Woher er seinen Oberkörper hat, weiß der 19-Jährige aber selber nicht ganz. "Ich bin im Schnitt vielleicht einen Tag in drei Wochen in der Kraftkammer. Wenn ich Turniere spiele, habe ich dazu ja keine Zeit. Ich dürfte von Natur aus zu Oberkörper-Muskeln neigen."
In Flushing Meadows bietet der Iberer den Anhängern noch dazu einiges an Abwechslung. Trat er bei seinem klaren Dreisatz-Sieg gegen den US-Amerikaner Bobby Reynolds in rotem Leibchen und schwarzer Hose an, wird er in Runde zwei gegen dessen Landsmann Scoville Jenkins in blau-weiß antreten. Dazu kommt der natürliche Schuh-Verschleiß. "Für eine Fünfsatz-Partie wird ein Paar nicht reichen, vielleicht nur für zwei, drei Sätze."
Nadal geht auf Sightseeing-Tour in Wien
Wien ist für Nadal Neuland. Aus Österreich ist ihm nur Thomas Muster ein Begriff, mit ihm hat er fünf, sechs Mal trainiert. Und den Flughafen Schwechat kennt er von Zwischenlandungen. "Mehr weiß ich nicht. Aber andere Spieler auf der Tour haben mir gesagt, dass das Turnier dort sehr gut ist." In der Bundeshauptstadt will er sich dann auch ein bisschen Zeit zum Sightseeing nehmen. "Ich werde mir die Stadt ansehen, sie soll ganz nett sein."
Nadals Aufstieg verlief rasch. Vor zwei Jahren hatte er seinen ersten Challenger gewonnen, im Vorjahr klappte es auf der ATP-Tour. Indes hält er inklusive dem Triumph bei den French Open bei zehn Titeln. Seit dem Jahresende stieg er im Entry-Ranking von Position 34 auf 2. Das gefällt auch Roger Federer, der Schweizer outete sich als Fan von Nadals Spiel. "Das ehrt mich natürlich. Ich bin auch ein Fan von seinem Tennis", gibt Nadal das Kompliment zurück.
Onkel bevorzugte einen größeren Ball ohne Schläger
Zu "Rafas" Entwicklung hat ganz stark sein Onkel Toni Nadal beigetragen, er coacht den Weltranglisten-Zweiten von der Insel Mallorca seit dessen fünftem Lebensjahr. Sportlich ist Rafael Nadal auf dem besten Weg seinen anderen Onkel zu übertreffen, Miguel Angel Nadal. Der 62-fache spanische Fußball-Teamspieler holte u.a. mit dem CF Barcelona Meistercup und Cup der Cupsieger.
Der Aufsteiger der Saison traut sich durchaus zu, zum kompletten Spieler zu werden und dadurch Federers Spitzenposition anzugreifen. Auf Sand ist Nadal ohnehin schon nahezu unantastbar. Zuletzt hat er auch auf Hartplatz ungemein aufgeholt. "Wenn ich gut spiele, kann ich auf diesem Belag eine Menge an Spielen gewinnen." Damit hat er seine Top-Position bei der BA-CA-Trophy wohl nicht zu Unrecht.
(apa)
