Vor TV-Duell zwischen Schröder & Merkel: Medienforscher sieht CDU-Chefin im Vorteil
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Der Mainzer Medienforscher Hans Mathias Kepplinger sagt dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder einen schweren Stand im TV-Duell gegen Angela Merkel am Sonntag voraus. "Der Umgang mit ihr wird für Schröder gar nicht so einfach. Weder als Typ Macho noch als Typ Kaffeehausgeiger würde Schröder einen günstigen Eindruck machen", sagte Kepplinger der "Sächsischen Zeitung".
Der Kanzler könne die Unionskanzlerkandidatin nicht so hart angehen wie im Jahr 2002 seinen damaligen Herausforderer Edmund Stoiber. Er dürfe aber auch nicht zu sehr den Charmeur geben, denn das wirke schnell überheblich.
Merkel habe außerdem in jüngster Zeit sehr an Selbstsicherheit, Charme und fraulicher Ausstrahlung gewonnen. "Aus meiner Sicht hängt dies damit zusammen, dass sie sich neuerdings als Frau mag. Sie merkt, dass sie eine viel positivere Ausstrahlung hat, das verstärkt ihre Selbstsicherheit", erklärte der Professor für Empirische Kommunikationswissenschaft. Setze sie dies richtig dosiert ein, werde sie die meisten Kommentatoren beim TV-Duell positiv überraschen.
Mit Blick auf die beiden Fernsehduelle im Wahlkampf 2002 kritisierte Professor Kepplinger die Konzentration der Medien auf Äußerlichkeiten der Kandidaten wie Aussehen und Auftreten, Gestik und Mimik, oder auch Schlagfertigkeit und Sprechweise. Studien hätten gezeigt, dass "derjenige Kandidat, der politisch-sachlich argumentiert, in der Regel auf der Verliererseite landet". Etwa die Hälfte der Zuschauer könne sich nach einer solchen Fernsehdebatte an keinerlei Sachargumente erinnern, bestenfalls noch an besprochene Themen.
(apa)
