Sonntag, 4. September 2005

Wohnhausbrand in Paris:: Haftbefehle gegen Brandstifterinnen beantragt!

  • "Mutwillige Zerstörung durch Feuer mit Todesfolge"
  • Drei junge Frauen haben Tat bereits gestanden

Nach dem Brand in einem Sozialbau bei Paris ist die Zahl der Toten auf 18 gestiegen. Ein Franzose somalischer Abstammung sei an den Folgen seiner Brandverletzungen gestorben, hieß es am Dienstag nach Angaben der Behörden. Das Feuer hatte eine Mädchenbande gelegt, die sich an einem früheren Bandenmitglied rächen wollte. Die Staatsanwaltschaft leitete am Dienstag ein Verfahren wegen Sachbeschädigung mit Todesfolge ein. Es erging Haftbefehl gegen die vier Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren.

Die Mädchen hatten nach eigener Aussage nur den Briefkasten ihrer ehemaligen Freundin anstecken wollen und waren vom Ausmaß des Feuers überrascht worden. Bereits in der Nacht auf Samstag hatten sie an dem Briefkasten gezündelt. Am Sonntag in der Früh stopften sie Zeitungen in und um den Kasten und entzündeten das Papier. Dabei geriet die Wand- und Deckenvertäfelung der Eingangshalle des Hochhauses in Brand. Über den Fahrstuhl und das Treppenhaus drang giftiger Qualm in alle 18 Etagen. Die mehr als 300 überlebenden Bewohner mussten das Gebäude räumen.

Drei der vier Täterinnen stammten aus zerrütteten Familien. Drei wohnten in dem Block, eine in einem Jugendheim. Manche Nachbarn bezeichneten sie als nett, andere als "die Pest". Sie hätten oft bis in die Morgenstunden hinein herumgelungert und sich einen Spaß daraus gemacht, bestimmte Nachbarn zu demütigen. Die Mädchen seien "geschminkt wie geklaute Autos" gewesen und hätten Burschenbanden angezogen. (apa)

4.9.2005 08:54