"Türkei wird niemals EU-Mitglied werden": EU-Abgeordneter Voggenhuber pessimistisch
- "Regierungschefs entscheiden in unglaublicher Arroganz über die Köpfe ihrer Bürger hinweg"
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Für EU-Abgeordnete ist Verfassungsentwurf tot
Über den Ausgang der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, die am 3. Oktober beginnen werden, macht sich der Grüne EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber keinerlei Illusionen: "Die Türkei wird niemals ein Mitglied der Europäischen Union sein, niemals!", prophezeite Voggenhuber am Freitag beim Forum Alpbach.
Zwar stimme es, dass Europa der Türkei Verhandlungen schon vor 40 Jahren versprochen habe und dieses Versprechen jetzt auch tatsächlich einlöse, "doch woher holen sich die Staats- und Regierungschefs dafür ihre Legitimation? Sicher nicht bei den Bürgern, diese wurden niemals gefragt."
"Die Staats- und Regierungschefs der EU entscheiden in unglaublicher Arroganz über die Köpfe ihrer Bürger hinweg", stellte Voggenhuber fest und setzte nach: "Die EU stellt heute nur ein 'Pseudo-Europa' dar. Es erinnert mich an das Deutschland des 17. Jahrhunderts, als die Kur- und Reichsfürsten die politische Einheit zu verhindern wussten. Genau dort sind wir heute auch: Europa erlebt eine Zeit der Re-Feudalisierung, in der die Brüsseler Gewaltenteilung vermischt und die wahre Vereinigung verhindert wird."
In dieser Situation, die Voggenhuber als "twilight zone" (diffuse Dämmerung, Anm.) bezeichnete, sei der Bürger machtlos wie ehedem. "Die europäischen Institutionen verzichten (mit Ausnahme des EU-Parlaments, Anm.) weitgehend auf ihre Legitimation durch die Bürger. Da wundert es nicht, dass 'Europa' den Kontakt zu den Bürgern verliert und in die Krise schlittert."
Erdogan bleibt in Zypern-Frage hart
Einen Monat vor Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei will sich der türkische Regierungschefs Recep Tayyip Erdogan im Streit um die Anerkennung Zyperns nicht unter Druck setzen lassen. Die Türkei habe alles getan, was die EU von ihr verlangt habe, sagte Erdogan am Freitag mit Blick auf den geplanten Starttermin der Verhandlungen am 3. Oktober.
(apa/red)
