Donnerstag, 1. September 2005

Friedensnobelpreisträger Rotblat ist tot: Physiker engagierte sich gegens Wettrüsten

  • Brite war Mitbegründer der Pugwash-Konferenzen
  • Widmete sein Leben dem Kampf gegen Atomwaffen

Der britische Friedensnobelpreisträger Sir Joseph Rotblat ist im Alter von 96 Jahren in London gestorben. Der Physiker war Mitbegründer der Pugwash-Konferenzen, bei denen sich seit 1957 Wissenschaftler gegen das atomare Wettrüsten und für die Abschaffung von Atomwaffen engagieren. Rotblat und der Organisation wurde 1995 der Friedensnobelpreis verliehen. Die Konferenzen sind nach dem ersten Tagungsort in Kanada benannt.

"Joseph Rotblat war eine überragende Persönlichkeit auf der Suche nach Frieden auf der Welt", sagte der Präsident der Pugwash-Konferenzen, M.S. Swaminathan. Ohne ihn hätte die Wissenschaft die Regierungen weitaus weniger dazu gedrängt, ihre Atomwaffen abzuschaffen, meinte Pugwash-Generalsekretär Paolo Cotta-Ramusino.

Rotblat wurde 1908 in Warschau geboren, floh 1939 von Polen nach Großbritannien und nahm später die britische Staatsbürgerschaft an. Er beteiligte sich in den USA zunächst am Bau der Atombombe, verließ das amerikanische Atomprojekt aber, als klar wurde, dass die Deutschen keine nuklearen Waffen entwickeln würden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete er sich dem Protest gegen Atomwaffen. 1955 unterzeichnete Rotblat gemeinsam mit dem Physiker Albert Einstein und anderen Wissenschaftlern ein Manifest über die Folgen des Einsatzes von Nuklearwaffen. (apa/red)

1.9.2005 16:54