Mittwoch, 31. August 2005

Hunderttausende fliehen vor Taifun Talim: Wirbelsturm kostet 14 Menschen das Leben!

  • Überschwemmungen und Erdrutsche: 100 verletzt
  • Unwetter schwächte sich im Landesinneren ab

Durch den schweren Wirbelsturm "Talim" sind im Südosten Chinas und in Taiwan mindestens 14 Menschen getötet worden. Nach einem Erdrutsch in der chinesischen Stadt Wenzhou seien neun Menschen unter den Trümmern ihres Hauses begraben worden, teilten die Behörden am Freitag mit.

15 Bewohner wurden dort vermisst. Überall in der Küstenprovinz Zhejiang sei es am Donnerstag durch die heftigen Stürme und Niederschläge zu Erdrutschen gekommen, zahlreiche Menschen seien verletzt worden. In der Nachbarprovinz Fujian starben ein Mann und sein Sohn ebenfalls beim Einsturz ihres Hauses. In Taiwan waren am Tag zuvor drei Menschen durch den Taifun ums Leben gekommen.

Mit voller Wucht traf "Talim" am Donnerstagabend die südostchinesische Küste von Fujian und fegte über die Städte Fuzhou, Quanzhou oder Putian hinweg. Mindestens 40 Menschen wurden schwer verletzt. Der Sturm setzte ganze Straßenzüge unter Wasser, unterbrach Stromleitungen und knickte Bäume um. Fast alle Flüge aus der Provinzhauptstadt Fuzhou wurden gestrichen.

Abschwächung im Landesinneren
Am Freitag zog das Unwetter ins Landesinnere weiter und schwächte sich dort zum Tropensturm ab. Die Menschen kehrten in ihre Häuser zurück, um sich an die Aufräumarbeiten zu machen. Allein für die Provinz Fujian bemaß die Regierung den entstandenen Schaden auf umgerechnet über 360 Millionen Euro. Mehr als 900.000 Menschen waren in den beiden am stärksten betroffenen chinesischen Provinzen aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Bis nach Schanghai waren die Ausläufer des Unwetters zu spüren.

Beim Durchzug von "Talim" über Taiwan wurden mindestens 59 verletzt. Bereits am Mittwoch waren aus Angst vor Erdrutschen zahlreiche Dörfer im Norden und im Zentrum des Landes evakuiert worden. Auch hier wurde der Flugverkehr durch den Wirbelsturm stark beeinträchtigt, die Börse in Taipeh musste den Handel einstellen, landesweit wurden Schulen geschlossen. Die Region ist immer wieder von schweren Wirbelstürmen betroffen. Anfang August starben zehn Menschen durch den Taifun "Matsa", sieben allein in der Metropole Schanghai. Im Juli wütete der Taifun "Haitang" und tötete im Südosten Chinas und in Taiwan 29 Menschen.
(apa/red)

31.8.2005 14:47