Zypern pocht auf harte EU-Haltung zur Türkei: Streit um Anerkennung eskaliert
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Zypern hat im Streit über seine Anerkennung durch die Türkei auf eine entschiedene Unterstützung der Europäischen Union gepocht und andernfalls mit einer Blockade der Beitrittsgespräche mit der Türkei gedroht. Ohne eine zufrieden stellende Antwort auf die Weigerung der Türkei, die Regierung im griechischen Teil Zyperns anzukennen, werde der Rahmen für die Beitrittsgespräche der Türkei in der EU gar nicht erst diskutiert, sagte ein Regierungssprecher.
"Und ohne Einigung über den Verhandlungsrahmen werden die Verhandlungen nicht beginnen", sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Der erste Entwurf einer Gegenerklärung der EU sei nicht akzeptabel. Großbritannien hat für ein Treffen der EU-Außenminister am Donnerstag im Newport (Wales) einen neuen Vorschlag angekündigt.
Die Türkei hatte zwar die Ausdehnung ihrer Zollunion auch auf das neue EU-Mitglied Zypern anerkannt. Zugleich hatte sie aber erklärt, die griechische Regierung der Republik Zypern nicht anzuerkennen. Sie macht dies von einer Friedenslösung für die seit 1974 in einen türkischen und einen griechischen Teil geteilte Insel abhängig. Die Regierung des von der Türkei besetzten Nordteils wird international nur von der Türkei anerkannt.
Die EU und die Türkei wollen am 3. Oktober Verhandlungen über eine Aufnahme der Türkei in die EU beginnen. Dem müssen alle 25 EU-Staaten - also auch Zypern - noch abschließend zustimmen. Brüsseler EU-Diplomaten gingen aber nicht davon aus, dass Zypern den Verhandlungsbeginn wirklich scheitern lassen würde. (apa/red)
