Samstag, 3. September 2005

Wahlkampf-Auftakt der Grünen: Attacken gegen Klasnic, Voves, Hirschmann & Co

  • "Steiermark ist Reservat der Polit-Dinosaurier"
  • Lechner-Sonnek: "Ziel ist Einzug in Landesregierung"

Der Ort des Wahlkampfauftakts der steirischen Grünen für die Landstagwahl war mit Bedacht gewählt: "Die Steiermark ist ein Reservat der Polit-Saurier Waltraud Klasnic, Franz Voves und Gerhard Hirschmann, die einzige Alternative sind die Grünen", so Spitzenkandidatin und Abgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek am Samstagmittag im oststeirischen Themenpark "Styrassic Park" bei Bad Gleichenberg. Bundeschef Alexander Van der Bellen machte es in seiner kurzen Ansprache klar: "Ingrid Lechner-Sonnek, neue Landesrätin - das ist das Ziel. Denn in der Steiermark muss sich etwas ändern".

"Wir sind hier in einem Gedenkpark, denn eigentlich sind die Saurier ausgestorben - zu groß, sie haben alles niedergefressen, haben sich dem Klimawandel nicht angepasst", umriss Grünen-Chefin Lechner-Sonnek "die steirische Politik-Landschaft". Nur in der Steiermark hätten die Polit-Dinos noch ein Reservat, attackierte die Grüne vor rund 180 Gästen und Grünen-Mitgliedern - darunter die Landeschefs aus Kärnten, Niederösterreich und dem Burgenland, Rolf Holub, Grete Krojer und Madeleine Petrovic - ÖVP, SPÖ und die Liste Gerhard Hirschmann. Diese würden die Steiermark als Erbpacht sehen, seien sich im Grunde bei Postenbesetzungen und Geldzuschanzungen einig und unter deren Ägide würde sich nichts ändern, wetterte die Grüne Spitzenfrau, knapp nach einem künstlichen Vulkanausbruch mit Erdbeben im Styrassic-Park.

Van der Bellen und Lechner-Sonnek stellten den Anspruch auf einen Landesrat: "Wir werden eine andere Art zu arbeiten in der Landesregierung einführen, alle Beschlüsse und Geldflüsse werden veröffentlicht. Ich weiß, dass es geht - und ich sag' euch was: Ich kann's! Wir sind unbestechlich," so die im nahen Gleisdorf wohnhafte Lechner-Sonnek unter dem Jubel ihrer Parteifreunde. "Die Zeit der Dinos muss einfach vorbei sein: Es fließt in der Steiermark Geld für das Unterlassen von Aussagen, das wird auch gar nicht bestritten", so Lechner in Anspielung auf die Hirschmann-EStAG-Ablöse: "Wir müssen so Druck machen, dass LH Klasnic nichts mehr totschweigen kann".

Es gebe nun eine historische Chance, rund 8,5 Prozent für einen Landesrat zu schaffen bei der Wahl am 2. Oktober, sagte die Grüne: "Sonst sehen sich ÖVP und SPÖ in ihrer Politik bestärkt, dann geht die Rollo runter, dann wissen sie, sie können sich alles leisten." Van der Bellen bekräftigte: "Alle Grünen in Land und Bund wünschen sich, dass es sich ausgeht, denn die Steiermark, die einmal sogar für schwarze Verhältnisse ein offenes Land war, hat sich besseres verdient."

(apa/red)

3.9.2005 18:07