Samstag, 3. September 2005

Wahlkampf in der Steiermark: Klasnic setzt sich in der Causa Hirschmann zur Wehr!

  • "Es gab keine Geldflüsse von ÖVP zu Hirschmann"
  • Klasnic-Mitarbeiter & VP-Bundesrat Hösele schweigt

Landeshauptfrau Klasnic hat sich am Samstag in einer Aussendung heftig gegen Vorwürfe gewehrt, es wäre Geld aus Kreisen der steirischen Volkspartei an Gerhard Hirschmann als Teil von dessen Ansprüchen als EStAG-Vorstand geflossen. Wenn dies wiederholt behauptet werde, überlege man rechtliche Schritte.

"Weder von der steirischen Volkspartei noch von einer ihrer Teilorganisationen hat es Geldflüsse an Dr. Gerhard Hirschmann gegeben. Es hat weder Schwarzgeld, noch Schweigegeld, noch Abschlagszahlungen noch sonstige Geldflüsse gegeben", hieß es in der Erklärung, die an steirische Medien übermittelt wurde und die von Klasnic, Wirtschaftskammerpräsident Peter Mühlbacher, Landesrat Hermann Schützenhöfer und Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski unterzeichnet ist.

Die VP und die genannten Organisationen seien bereit, ihre Bücher für eine diesbezügliche Prüfung einem von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder nominierten beeideten Wirtschaftsprüfer zu öffnen.

Klasnic-Mitarbeiter Hösele schweigt
Wer jene 291.510 Euro bezahlt hat, mit denen Hirschmann der Abgang vom steirischen Landesenergieversorger versüßt wurde, das bleibt weiter im Dunkeln. Bekannt ist nur, dass die Zahlung über den steirischen Rechtsanwalt Michael Pacher als Treuhänder abgewickelt wurde. Der Kontakt zwischen Pacher und Hirschmanns Anwalt wurde von VP-Bundesrat Herwig Hösele hergestellt - der will zur Herkunft des Geldes allerdings nichts sagen.

Hösele verwies am Samstag auf Anfrage der APA lediglich auf eine von ihm verfasste schriftliche Stellungnahme. "Darüber hinaus äußere ich mich dazu nicht."

In der Stellungnahme betont der enge Mitarbeiter von VP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, dass er im Frühjahr 2004 versucht habe, die Estag aus den Schlagzeilen zu bringen und einen "Ausgleich" zwischen dem Unternehmen und Hirschmann herbeizuführen. "Im Zuge dieser Gespräche habe ich Herrn Dr. Maxl (Hirschmanns Anwalt Martin Maxl, Anm.) auch Herrn Dr. Pacher als Verhandlungspartner genannt, der einen Personenkreis vertrat, dem es ebenso ein Anliegen war, ein für alle Beteiligten akzeptables Ergebnis zu erzielen."

Dass Pacher, wie von Maxl angedeutet, als Vertreter von Landeshauptfrau Klasnic agiert habe, weist Hösele in der Erklärung zurück: "Dieses Missverständnis mag in meiner Tätigkeit im Büro der Frau Landeshauptmann begründet sein." Welchen "Personenkreis" der steirische Anwalt dann vertreten hat, dazu wollte sich Hösele am Samstag gegenüber der APA nicht äußern: "Ich habe dieser Erklärung nichts hinzuzufügen."

Zum Hintergrund: Neben der offiziellen Ablöse für seinen im Vorjahr gekündigten Estag-Vorstandsvertrag von 747.299 Euro hat Hirschmann über Vermittlung des Rechtsanwaltes Pacher 291.510 Euro erhalten. Damit wurden unter anderem die Anwaltskosten Hirschmanns beglichen. Laut "News" stammt das Geld von "ÖVP-nahen Kreisen". Offiziell dementiert hat Klasnic am Samstag, dass die Mittel direkt aus der Parteikasse der ÖVP stammen könnten.

(apa/red)

3.9.2005 14:19