Verkehrsunfall in St. Gilgen: Bub wartete stundenlang neben totem Vater auf Hilfe
- Landwirt war mit Geländewagen abgestürzt
Stundenlang hat ein achtjähriger Sohn am Samstagabend auf einen Forstweg am Schafberg in der Gemeinde St. Gilgen neben seinem toten Vater auf Hilfe gewartet. Der Geländewagen des 51-jährigen Landwirts war in 1.200 Metern Seehöhe abgestürzt, der Landwirt dürfte sofort tot gewesen sein. Der Achtjährige war ebenfalls im Fahrzeug gesessen.
Der Flachgauer war gegen 18.00 Uhr von seiner Hütte auf der Schafbergalm auf einer Forststraße talwärts gefahren. Dabei kam er aus ungeklärter Ursache rechts von der Fahrbahn ab und stürzte mit dem Geländewagen etwa 15 Meter über steiles Waldgelände ab. Der Mann war nicht angegurtet, wurde aus dem Wagen geschleudert und unter dem Fahrzeuge eingeklemmt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Bauer erlitt dabei tödliche Verletzungen. Der achtjährige Sohn wurde nur leicht verletzt und harrte sechs Stunden an der Seite seines toten Vaters aus.
Vor der Abfahrt von der Almhütte hatte der Landwirt seine Frau verständigt, dass er auf der Heimfahrt sei. Als ihr Mann und ihr Kind ausblieben, bat die Frau einen Bekannten, die Forststraße abzufahren und die beiden Vermissten zu suchen. Doch die Suche verlief ergebnislos. Der Bekannte vermutete einen Unfall und verständigte daraufhin um Mitternacht die Bergrettung St. Wolfgang. Mit Scheinwerfern wurde die gesamte Strecke noch einmal gründlich abgesucht. Um 0.45 Uhr entdeckten die Einsatzkräfte das abgestürzte Wrack unterhalb der Schafbergalm. Der Leichnam des Landwirts war unter dem Fahrzeug eingeklemmt, der Bub kniete leicht unterkühlt daneben.
Der Achtjährige wurde von der Bergrettung ins Tal gefahren und vom Roten Kreuz in Krankenhaus nach Bad Ischl gebracht. Die Freiwillige Feuerwehr St. Gilgen barg den Leichnam und das abgestürzte Geländefahrzeug.
(apa)
