Sonntag, 4. September 2005

Mordversuch in Perchtoldsdorf (NÖ): Sohn attackierte seinen Vater mit einem Messer!

  • Offenbar war ein Sorgerechtsstreit die Ursache
  • 64-Jährige Vater ist noch immer in Lebensgefahr

Zu einem Mordversuch hat ein familiärer Streit gestern, Samstagabend, in Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling) geführt. Nach Angaben der NÖ Sicherheitsdirektion stach ein 40-Jähriger mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser mehrmals auf seinen Vater ein. Der 64-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Gegen 18.00 Uhr war bei der Polizei ein Notruf eingegangen: Eine Frau gab an, ihr Sohn habe soeben ihren Gatten mit einem Messer attackiert. Acht Beamte fuhren mit vier Streifenwagen umgehend zum Tatort, wo sie das Opfer mit stark blutenden Verletzungen vor dem Wohnhaus antrafen. Zwei Beamte kümmerten sich bis zum Eintreffen des Notarztes um die Erstversorgung des 64-Jährigen, während die Kollegen auf das Grundstück vordrangen und den mutmaßlichen Täter sofort festnehmen konnten.

Hintergrund der Tragödie ist ein jahrelanger Streit zwischen Robert B. und seinen Eltern, nachdem diese das Sorgenrecht für dessen unmündigen Sohn beantragt hatten. Über den Umstand, dass der Bub am Samstagabend wiederum bei seinen Großeltern war, geriet der Verdächtige so in Rage, dass er ein Messer ergriff und auf seinen Vater im Garten einstach.

Dem 64-Jährigen wurde tiefe Schnitte in den Bauch und Rücken zugefügt, außerdem erlitt er Schnittverletzungen am Arm und im Gesicht. Er wurde im Krankenhaus Mödling notoperiert und schwebte am Sonntag weiterhin in Lebensgefahr, teilte der ermittelnde Beamte der Kriminaldienstgruppe Perchtoldsdorf mit. Es sei zwar zum Glück keine Schlagader getroffen worden, schwerwiegend sei aber eine Verletzung am Darm.

Robert B. habe sich widerstandslos festnehmen lassen und bei der Befragung kooperativ gezeigt, indem er den Hergang genau schilderte. Der zehnjährige Sohn, der die Tat mitansehen musste, werde von der Großmutter betreut. Die Mutter lebe im Ausland.

(apa)

4.9.2005 09:10