Samstag, 3. September 2005

Schüssel will weniger Zuwanderung: Lage auf Arbeitsmarkt soll so entschärft werden

  • Strengere Regeln für Familienzusammenführung?
  • "Gut überlegen, ob wir Zuzug einbremsen sollen"

Um die Arbeitslosenrate in Österreich zu senken und den Arbeitsmarkt zu entlasten, verlangt Bundeskanzler Schüssel strengere Regelungen für den Zuzug sowie für die Familienzusammenführung. In einem Interview begrüßte Schüssel in diesem Zusammenhang die geplante Verschärfung des Staatsbürgerschaftsrechtes.

"Die gute Botschaft ist, dass die Beschäftigung verglichen mit 2004 um ein Prozent gestiegen ist. Das sind 32.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Die schlechte Botschaft ist, dass die Zahl der Arbeitslosen in einem Jahr um 12.500 gestiegen ist. 8.000 davon sind Inländer, 4.500 sind Ausländer", erklärte der Bundeskanzler im Gespräch mit dem "Kurier".

Es gebe noch immer eine gigantische Zuwanderung. "Wir müssen gut überlegen, ob wir den Zuzug einbremsen sollen und wie es mit den Nachzugsregelungen ist. Wir gießen ja auch das Staatsbürgerschaftsrecht in eine neue Form. Die Übergangsfristen für den freien Personenverkehr bleiben aufrecht", sagte Schüssel.

Zum Thema Türkei meinte der Kanzler, er glaube nicht, dass Ankara sein EU-Beitrittsgesuch zurückziehen werde. "Die Verhandlungen liegen mehr im Interesse der Türkei als im Interesse Europas", sagte er. Zudem zeigte sich Schüssel überzeugt, dass Österreich noch Partner für sein Anliegen finden werde, mit der Türkei eine Alternative zum EU-Beitritt zu verhandeln: "Ich sage voraus, dass sich die Dinge in unserem Sinne entwickeln werden."

(apa)

3.9.2005 23:04