Mittwoch, 31. August 2005

EU-Kommission genehmigt Gen-Rapssorte: Pröll ortet "falsches Signal" in Entscheidung

  • Sorte zur Verwendung in Futtermitteln vorgesehen
  • Genehmigung ist vorerst auf zehn Jahre befristet

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Einfuhr und Verarbeitung einer gentechnisch veränderten Rapssorte des US-Agrarkonzerns Monsanto gegeben. Die Sorte mit der Bezeichnung GT73 ist zur Verwendung in Futtermitteln vorgesehen. Umweltminister Pröll bezeichnete die Zulassung als "falsches Signal" und eine "Entscheidung gegen die Bürger Europas in Fragen der Gentechnik".

Auch wenn die Sorte nicht zum Anbau zugelassen sei, zeige die Entscheidung erneut, wie unbeirrt die Kommission an ihrem Pro- Gentechnik-Kurs festhalte, sagte Pröll weiter. "Wir werden gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium weiter auf den österreichischen Weg in Fragen der Gentechnik setzen um den Anbau in Österreich zu verhindern", versicherte der Minister.

"Der gegen Glyphosat-Herbizide resistente GT73-Ölraps wird bereits in Nordamerika in großem Stil eingesetzt, ohne dass schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit oder die Umwelt berichtet würden", betonte die Kommission. Gleichwohl gab die EU-Behörde auch eine Empfehlung für Maßnahmen ab, die ergriffen werden müssen, um etwaige Gesundheits- oder Umweltschäden bei unbeabsichtigter Freisetzung des Gen-Raps zu vermeiden.

Die Genehmigung ist auf zehn Jahre befristet. Im Dezember des Vorjahres hatten sich die EU-Umweltminister nicht auf eine Zulassung der Sorte einigen können. Österreich hatte damals mit Italien, Griechenland, Dänemark, Malta, Polen, Ungarn, Belgien, Litauen, Lettland, Zypern, Luxemburg und Estland gegen die Genehmigung gestimmt. (apa)

31.8.2005 18:46