Dienstag, 30. August 2005

Immer weniger Einbürgerungen in Österreich: Weitere Rückgänge erwartet

  • Stärkster Rückgang der Quote in Salzburg & Wien

Für heuer sind deutlich weniger als 40.000 Einbürgerungen zu erwarten. Das geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 erhielten in der ersten Jahreshälfte 2005 um 12,7 Prozent weniger Personen die österreichische Staatsbürgerschaft. Es wird geschätzt, dass sich damit die Einbürgerungszahl auf dem Niveau von 2002 (36.000) bewegen wird.

Schon seit dem zweiten Quartal des Vorjahres sei ein Rückgang österreichweit zu beobachten. Dieser Trend setzt sich nun fort. Salzburg gab für 1.051 Anträge grünes Licht. Die Bundeshauptstadt stellte 6.507 Mal den Einbürgerungsbescheid aus, was einen Rückgang um 22,1 Prozent bedeutet. Österreichweit wurden von Jänner bis Juni 2005 19.016 Migranten eingebürgert.

Im Burgenland und in der Steiermark wurden die meisten Einbürgerungsbescheide ausgestellt: Das Burgenland gewährte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 37 Prozent öfters die österreichische Staatsbürgerschaft und verzeichnet 363 Einbürgerungen. Die Steiermark weist um 33 Prozent mehr Einbürgerungen aus - das sind 2.095 Migranten.

Um rund 20 Prozent gingen auch die so genannten Ermessungseinbürgerungen - wenn man mindestens zehn Jahre einen Wohnsitz in Österreich vorweisen kann - zurück. Unter dem Titel "Erstreckung der Verleihung" wurden insgesamt 8.887 Ehegatten und Kinder österreichische Staatsbürger, was aber auch ein Minus von von 14,2 Prozent bedeutet.

Nach wie vor werden vor allem türkische Migranten Österreicher: Die Türkei ist mit 5.816 Eingebürgerten Spitzenreiter unter den 120 Herkunftsländern. Die meisten anderen neuen Österreicher kommen aus dem Balkan: 3.713 aus Bosnien-Herzegowina, aus Serbien und Montenegro stammen 3.325 und aus Kroatien 1.257.

Weitere Rückgänge sind zu erwarten, da die Regierung das Staatsbürgerschaftsrecht verschärfen will: Zwar sollen Migranten auch in Zukunft im Regelfall nach zehn Jahren Österreicher werden können, allerdings will die Regierung die Ausnahmen einschränken. Dann wäre eine Einbürgerung frühestens nach sieben Jahren möglich. Derzeit ist sie schon nach vier bzw. sechs Jahren vollziehbar.

(apa)

30.8.2005 10:58