Donnerstag, 25. August 2005

Schon wieder teurere Spritpreise: Kosten
pro Liter nochmals um bis zu 4 Cent erhöht!

  • Auch Deutsche müssen leiden: Plus 4 Cent pro Liter
  • PLUS: SUCH-SERVICE: Hier tanken Sie noch billilger!

Nicht einmal 48 Stunden nach der letzten Spritpreiserhöhung sind Benzin und Diesel in Österreich schon wieder teurer geworden. Die drei größten heimischen Mineralölkonzerne OMV, BP und Shell haben die Richtpreise für Benzin und Super erneut um 4 Cent je Liter angehoben, Diesel wurde um 3 Cent teurer. Erst am Dienstagabend hatten die Tankstellen die Richtpreise um bis zu 3 Cent erhöht.

Die OMV führt dies unter anderem auf die verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Katrina" in den USA zurück. Nach den Produktionsausfällen und den schweren Zerstörungen im Golf von Mexiko hätten die USA begonnen, ihre Zukäufe am europäischen Treibstoffmarkt massiv zu verstärken. Die Notierungen für Treibstoffprodukte in Rotterdamer befänden sich deshalb auf Rekordniveau und würden weiter stark ansteigen, sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer zur APA.

Der Richtpreis für einen Liter Eurosuper an den heimischen Selbstbedienungstankstellen liegt jetzt bereits 1,194 Euro je Liter, Benzin kostet demnach 1,174 Euro, Super 100 1,292 Euro, Super Plus 1,264 Euro und Diesel wird derzeit gemäß Richtpreis um 1,094 Euro verkauft. An den Bedienungstankstellen auf den Autobahnen ist Benzin noch einmal um 2,5 Cent und Diesel um 3,5 Cent teurer.

An den Großmärkten in Rotterdam haben sich die Einkaufspreise allein in den vergangenen Wochen um über 40 Prozent verteuert. Eine Tonne Eurosuper wurde am Mittwoch laut BP um 815,5 Dollar gehandelt. Im Durchschnitt hatte die Tonne im August noch 642,9 Dollar, im Juli noch 580,8 Dollar gekostet. Ähnlich die Situation bei Diesel: Waren dort die Durchschnittspreise im Juli noch bei 565,5 Dollar und im August um 609,5 Dollar gehandelt worden, lag der Preis für eine Tonne Diesel am Mittwoch bereits bei 661,5 Dollar.

Wie sich die Preise weiter entwickeln werden, lässt sich laut BP Austria-Sprecherin Monika Matausch derzeit kaum abschätzen. Die Österreichische Energieagentur (früher E.V.A.) hat vor eineinhalb Wochen noch in den nächsten zwölf Monaten einen Benzinpreis von rund 1,20 Euro und Dieselpreise von 1,10 Euro je Liter je Liter Super vorausgesagt. Durch die doppelte Erhöhung in dieser Woche haben die Preise an den heimischen Tankstellen diese Prognose bereits erfüllt.

Schwere Engpässe wegen "Katrina"
Händler fürchten wegen des Wirbelsturms "Katrina" schwere Engpässe. Nach Angaben der US-Behörden wurden wegen "Katrina" mehr als 700 Ölförderstätten im Golf geschlossen. Zunächst war nur von 22 Plattformen und Bohrtürmen die Rede gewesen. Aus der Region stammt normalerweise ein Viertel der gesamten Benzin- und Heizölproduktion der USA.

Der Ölpreis hatte in New York Anfang dieser Woche erstmals die 70 Dollar-Marke durchbrochen. Heute Nachmittag wurde ein Fass (159 Liter) der Sorte US-Leichtöl nach starken Schwankungen um 68,65 Dollar gehandelt.

Deutschland: Plus 4 Cent pro Liter
Die Mineralölkonzerne Total und Aral haben erneut die Preise für Benzin um durchschnittlich vier Cent angehoben, wurde in den Nachmittagsstunden bekannt. Sprecher beider Unternehmen begründeten die erneute Anhebung mit weiter gestiegenen Versorgungskosten auf dem Markt in Rotterdam. Bereits am Mittwoch waren die Benzinpreise um durchschnittlich acht Cent erhöht worden. Der Dieselpreis wurde bei der neuen Runde am Donnerstag nicht erhöht. Superbenzin kostet damit möglicherweise erstmals mehr als 1,40 Euro je Liter. (apa/red)

25.8.2005 09:47