Touristiker fürchten Stornos: Fast 10 % der Betriebe vom Hochwasser beschädigt
- Weniger Nächtigungen während Hochwassers 2002
- Wintertourismus rechnet mit keinen Schäden

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Nach dem Hochwasser in Teilen Österreichs, Bayerns und der Schweiz drohen dem ohnehin unter Druck stehenden Sommertourismus finanzielle Einbußen durch Stornierungen. Ersten Schätzungen der Österreich Werbung (ÖW) zufolge sind weniger als 10 Prozent der österreichischen Tourismusbetriebe von den Überschwemmungen betroffen.
"Das Hochwasser kommt uns natürlich nicht gelegen, zumal die Bilder durch alle Medien gehen", sagt die Sprecherin der Österreich Werbung (ÖW), Christa Lausenhammer. Dennoch hoffe man, "dass wir glimpflich davon kommen". Mehr als 90 Prozent der Tourismusinfrastruktur sei unversehrt. Dass das Hochwasser auch den Wintertourismus in der kommenden Saison treffen könnte, glaubt Lausenhammer nicht.
Weniger Nächtigungen
Beim Hochwasser im August 2002 gingen die Nächtigungszahlen in den betroffenen Regionen im selben Monat um 10 Prozent zurück, sagt Wirtschaftsexperte des Instituts für Höhere Studien (IHS), Ulrich Schuh. Bei den aktuellen Überschwemmungen ließen sich der Umfang - und damit die konkreten Auswirkungen - aber noch nicht abschätzen. Heuer seien zwar Ferienregionen in Westösterreich stärker betroffen als im August 2002, der negative Effekt auf den Ganzjahrestourismus werde aber voraussichtlich "nicht wirklich groß" sein. Auch der Wintertourismus werde kaum Schaden erleiden.
Rückschlag für Sommertourismus
Die Überschwemmungen könnten für den bisher äußerst durchwachsenen österreichischen Sommertourismus allerdings einen weiteren Rückschlag darstellen. "Das Unwetter wird sicher Auswirkungen auf den Tourismus haben", sagt Wifo-Tourismusexperte Egon Smeral in einer ersten Reaktion. Zu erwarten sei aber nur ein "kleiner Dämpfer", so Smeral, der weiter von einem vierprozentigem Umsatzplus für die Sommersaison 2005 ausgeht.
Auch bayrische Touristiker leiden
Von den rund 10.000 bayerischen Übernachtungsbetrieben sind nach Einschätzung ds Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands etwa 1.000 vom Hochwasser beroffen. Vor dem Hochwasser verzeichnete der lokale Tourismus im ersten Halbjahr 2005 einen Zuwachs von 3,1 Prozent bei den Gästezahlen. Die Schweizer Tourimsusbranche erwartet keine massenhafte Stornierungen, obwohl mit der Zentralschweiz und dem Berner Oberland bekannte Tourismusregionen stark getroffen seien. Der Informationsbedarf der ausländischen Reisenden sei aber sehr hoch, hieß es. (apa)
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