Oftmals falsche Kennzeichnung: VKI warnt vor dem Kauf zu kleiner Kinderschuhe
- 47 Modelle im Test - etwa 60% hatten falsche Größe
- Kinderfußanatomie anders als die von Erwachsenen
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Nur bei jedem vierten Kinderschuhmodell in Österreich stimmt die Größenkennzeichnung. Das ergab ein vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) durchgeführter Test. Etwa 60 Prozent der getesteten Schuhe waren zu klein, kritisierten die Konsumentenschützer.
"Es ist ein erschreckender Fatalismus, wie leichtsinnig mit der Gesundheit unserer Kinder umgegangen wird", sagte Franz Floss, Bereichsleiter für Untersuchungen vom VKI. "Wir hatten ein Minimumkriterium, nämlich die Länge. Hätten wir auch Schuhweite und andere Kriterien gemessen, wäre der Test vermutlich noch schlechter ausgefallen", bemerkte Floss.
47 Kinderschuhe im Test
47 Kindermodelle - Sneakers und Straßenschuhe - wurden getestet. Die Größen: 26 und 31, welche bei Kindergarten- und Volkschuleintritt Durchschnitt sind. Mit Hilfe eines eigens entwickelten Längenmessgerätes wurde die Innenlänge der Schuhe festgestellt. Das Ergebnis: Bei etwa 60 Prozent entsprach die Größe nicht der Kennzeichnung.
Kinder haben andere Fußanatomie als Erwachsene
Besonders bei Heranwachsenden ist es laut dem VKI wichtig, passende Schuhe zu kaufen. "Kinder haben eine andere Fußanatomie als Erwachsene. Bei Kindern ist das Nervensystem im Fuß noch nicht entwickelt, sie spüren also nicht, ob der Schuh ihnen passt oder nicht", warnte Floss. Ist die Fußbekleidung zu klein, werden die Zehen einfach "eingerollt". In der Zeit des Größenwachstums sei die Gefahr besonders groß, bleibende Schäden zu veursachen. Spreiz- und Knickfuß sowie Hammerzehen können die Folgen sein. Die Firmen mit dem schlechtesten Ergebnis wurden vom VKI kontaktiert. "Allen drei Schuhherstellern war das Problem bekannt, doch unternommen wird nichts", so Floss. "Wir hoffen dass wir mit unserem Test etwas bewirken können, es ist auch nicht auszuschließen dass wir eine Aktion dieser Art nächstes Jahr wieder durchführen."
Daumenprobe machen
Für alle besorgten Eltern hat der VKI in seinem Magazin "Konsument" Tipps parat: Die altbewährte Daumenprobe soll angewendet werden. Diese Methode stellt sicher, dass zwischen Zehe und Schuhspitze ein Zentimeter Platz ist. Ebenso sei es ratsam, eine Schablone von den Füßen der Kinder anzufertigen und diese beim Schuhkauf in den Schuh zu legen. Auf diese Weise könne man überprüfen, ob der Fuß genug Platz hat. Wichtig: Schuhe immer im Stehen anprobieren, so ist der Fuß dem Körpergewicht ausgesetzt und ausgestreckt.
(apa/red)
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