Mittwoch, 24. August 2005

Schuljahr 2005/06 nach PISA-Schock & Zukunftskommission: Was heuer neu ist

  • Mehr Tagesbetreuung, frühere Schuleinschreibung
  • Generelle fünf-Tage-Woche erst ab Herbst 2006

Mit Beginn des neuen Schuljahrs in rund eineinhalb Wochen werden nun erste Maßnahmen umgesetzt, die von der Regierung in Folge des PISA-Schocks und nach Vorlage des Endberichts der "Zukunftskommission" beschlossen wurden. So wird die Zahl der Tagesbetreuungsplätze um 10.000 erhöht, für eine frühere Sprachförderung die Schuleinschreibung in einem Großteil der Bundesländer vorverlegt und der Förderunterricht neu gestaltet. Für die geplanten Maßnahmen konnte die Regierung zum Teil den neuen Bewegungsspielraum nach Aufhebung der Zwei-Drittelerfordernis für Schulgesetze nutzen.

Der Bund stellt im Schuljahr 2005/06 für den weiteren Ausbau der Tagesbetreuung acht Mio. Euro zur Verfügung. Nach 10.000 zusätzlichen Plätzen im vergangenen Schuljahr bedeutet dies neuerlich 10.000 Plätze mehr, womit im Schuljahr 2005/06 nach Angaben des Bildungsministeriums insgesamt 65.000 Plätze zur Verfügung stehen sollen.

Fünf-Tage-Woche erst ab Herbst 2006
Noch ein Jahr, auf Herbst 2006, warten muss man auf jene neuen Regelungen für die Nachmittagsbetreuung, welche die Regierung vor dem Sommer im "ersten Schulpaket" verabschiedet hat: Ab dem Schuljahr 2006/07 muss eine Tagesbetreuungsgruppe gebildet werden, wenn sich wenigstens 15 Kinder für mindestens drei Tage in der Woche dafür angemeldet haben. Die Schulen werden darüber in den nächsten Monaten eine Bedarfserhebung durchführen. Ebenfalls auf Herbst 2006 warten muss man auch auf die generelle Einführung der Fünf-Tage-Woche von der Volksschule bis zur achten Schulstufe (4. Klasse AHS oder Hauptschule).

Frühere Schuleinschreibung
Der Forderung der "Zukunftskommission" nach sprachlicher Frühförderung in Form eines verpflichtenden Vorschul- oder Kindergartenjahrs ist die Regierung nur zum Teil nachgekommen: Zur frühen Feststellung der sprachlichen Fähigkeiten wird vorerst in sechs Bundesländern die Schuleinschreibung um ein halbes Jahr vorverlegt: In Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Burgenland müssen sich jene Kinder, die im Herbst 2006 mit der Schule beginnen (Geburtsjahrgänge September 1999 bis September 2000), bereits im Oktober bzw. November in die Schule einschreiben. In Kärnten und Salzburg findet die Vorverlegung zunächst nur an einzelnen Pilotstandorten statt. Die Eltern werden über den Termin der Einschreibung vom Schulerhalter (Gemeinden) bzw. der Schule verständigt. Bei der Einschreibung stellt der Volksschul-Direktor u.a. die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder fest. Kann das Kind dem Unterricht voraussichtlich nicht folgen, soll der Schulleiter spezielle Fördermaßnahmen im Kindergarten im Ausmaß von 120 Stunden empfehlen. Der Bund zahlt dafür 80 Euro pro Kind.
(apa/red)


24.8.2005 09:06