Mittwoch, 24. August 2005

Endlich: Neues System der Größenangabe soll Schuhkauf "kinderleicht" machen

  • Paschinger Hersteller gibt optimalen Passbereich an
  • Bald gibt's gratis Messschablonen für Kinderfüße

Schuhkauf ist für viele Eltern mit kleinen Kindern eine Qual. Auf die Größenangaben ist allzu oft kein Verlass. Leider können Kleinkinder, deren Nervensystem noch nicht voll ausgereift ist, bei der Anprobe aber auch nicht spüren, ob ein Schuh drückt. Orthopäden zufolge tragen deswegen zwei von drei Kindergartenkindern zu kleine Schuhe - Fehlstellungen sind vorprogrammiert. Eine alteingesessene Paschinger Produktionsfirma will mit einem innovativen System für Verbesserungen sorgen.

Schuhgrößen stimmen nicht unbedingt mit der Fußgröße überein, weil sie stark vom Design des jeweiligen Modells abhängig sind. Der Kinderschuhhersteller Ferdinand Richter GmbH präsentierte deswegen am Dienstag in Wien ein europaweit neues System zur Größenauszeichnung. Das Unternehmen, laut eigenen Angaben die Nummer eins am österreichischen Kinderschuhmarkt, gibt demnach als erster internationaler Produzent neben der normalen Größenauszeichnung auch den mit Orthopäden ermittelten optimalen Passbereich an: So ist ein Schuh auf Grund seiner spezifischer Leistenform und des Schnitts in Größe 27 nur für eine Fußlänge von 162,8 bis 169,1 mm optimal geeignet.

Gratis Messschablonen für Kinderfüße
Die Aktion startet im Oktober. Dann gibt es im heimischen Fachhandel gratis Messschablonen, mit denen Eltern die Füße ihrer Kinder im Geschäft oder auch zu Hause einfach bestimmen können. Ab Februar 2006 werden Information zum optimalen Passbereich direkt am Schuh zu finden sein und die bis dahin in den Geschäften aufliegenden Listen ersetzen. Im August nächsten Jahres will Richter eine multifunktionale, herausnehmbare Innensohle vorstellen, mit der man den passenden Schuh noch leichter finden soll.

Gutes Schuhwerk ist wichtig
Sitzt es nicht richtig, haben Fersen und Ballen keinen Halt, der Fuß rutscht bei jedem Schritt nach vorne. In letzter Konsequenz kann dies Knick-, Spreiz-, Senkfuß oder Hammerzeh bedeuten. Sollten Kinderfüße bereits "schief gelaufen" sein, ist nicht alles verloren. Mit passender Fußbekleidung können die noch weichen Knöchelchen rückverformt werden. Verabsäumt man den Zeitpunkt, die Füße richtig zu bekleiden, können sich die Muskeln nie richtig kräftigen. Daraus kann ein hoch empfindsamer, muskelschwacher Fuß resultieren, der im Erwachsenenalter zu Verformungen, Hühneraugen und Druckstellen neigt.
(apa/red)


24.8.2005 09:04