Donnerstag, 25. August 2005

Kabellos liegt jetzt voll im Trend: WLAN-Unterhaltungselektronik auch bei der IFA

  • Billighersteller entdecken WLAN-Technologie für sich
  • PC und Unterhaltungselektronik wachsen zusammen

Was könnte die Welt einfach sein: Man kauft sich einen Fernseher, DVD-Spieler oder Festplattenrecorder und braucht das Gerät nur in die Steckdose einzustöpseln, statt der lästigen Kabel kommunizieren die Geräte über Funk miteinander. Technisch längst möglich, wird die Zukunftsvision zur diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) endlich auch eine Realität für den Massenmarkt.

Zusammenwachsen von PC und Unterhaltungselektronik
Als Mittel der Wahl scheinen sich dabei WLAN-Funknetzwerke zu etablieren, die mit ihrer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 54 MBit/Sekunde auch in der Computerwelt eingesetzt werden - ein weiteres Indiz für das Zusammenwachsen von PC und Unterhaltungselektronik.

Billighersteller entdecken WLAN-Markt
Und das Vorpreschen von Billigherstellern zeugt davon, dass die Technologie reif für die breite Masse ist. Yakumo zum Beispiel baut WLAN-Chips in alle möglichen Geräte vom Video- und Musik-Center zum DVD-Player ein. Mit der schnellen Reaktion auf den Trend hoffe man, sich gleich ein großes Stück des neuen Marktes zu sichern, sagt Firmenchef Jürgen Rakow. Kabelfreie Geräte gibt es auch von anderen Firmen, zum Beispiel Buffalo oder Kiss.

Markengeräte sind noch teuer
Zuvor waren nur große Hersteller mit wenigen Geräten auf dem Markt aktiv, wie Philips mit seiner teuren Streamium-Reihe, die zunächst kein Verkaufshit wurde. "Es war einfach zu früh", meint ein Brancheninsider dazu. Zur IFA bringt Philips nun unter anderem ein Wireless Music Center im edlem Design mit, das drahtlos bis zu fünf Stationen versorgen kann. Yamaha zeigt einen Musik-Server für 15 Empfänger. Vor allem die Markengeräte haben aber noch durchaus ihren Preis - das Yamaha-Center zum Beispiel soll stolze 1.800 Euro kosten.

Preise fallen
Die Preise werden aber fallen, unter anderem durch günstigere WLAN-Chips, und die Halbleiterindustrie freut sich schon auf einen neuen Markt. Im vergangenen Jahr sei erst ein Prozent der Heimelektronik für drahtlose Netzwerke gerüstet gewesen, stellte vor kurzem ein Analyst des Marktforschungsunternehmens IDC, Mario Morales, fest. Bis 2008 würden es bereits 13 Prozent sein, oder 81 Mio. Geräte. Damit würde das Segment ein Fünftel aller WLAN-Chips abnehmen. Allein bei den DVD-Spielern werde in diesem Jahr bereits eine Million Geräte über einen WLAN-Chip verfügen und 2008 sollen es neun Millionen sein, schätzte Morales. (apa/red)

25.8.2005 16:59