Donnerstag, 25. August 2005

Aus Angst vor Spielsucht: Staatlich ver- ordnetes Zeitlimit für Chinas Online-Spieler

  • Beschränkte Spielfigur-Fähigkeiten nach drei Stunden
  • Betroffen ist unter anderem auch "World of Warcraft"

Und wieder richtet der chinesische Staat seine Argusaugen auf Online-Gamer: Nachdem China vor kurzem eine Altersbeschränkung für Rollen-Spiele aus dem Netz erlassen hat, tritt jetzt ein staatlich verordnetes Zeitlimit auf den Plan. Die chinesische Regierung hat, laut der Nachrichtenagentur Interfax-China, ein System für Massive-Mulitplayer-Online-Role-Playing-Games (MMORPGs) vorgestellt, dass User davor bewahren soll, mehr als drei Stunden am Stück Online-Spielen zu frönen. Dieses System müsse nun bald für jedes Online-Spiel installiert werden.

Diese Maßnahme soll einer möglichen Sucht von jungen Menschen nach Online-Spielen vorbeugen, berichtet heise. Wer länger als drei Stunden ununterbrochen spielt, muss in Kauf nehmen, dass die Fähigkeiten seiner Spielfigur stark eingeschränkt werden. Nach fünf Stunden werden die Skills dann überhaupt auf ein Minimum reduziert. Der ursprüngliche Zustand kann erst nach einer Mindestpause von fünf Stunden wieder erreicht werden.

Das System soll im September fertiggestellt werden und im Oktober einen ersten Testlauf erfahren. Die Spiele-Firmen Shanda, NetEase, The9, Optisp, Kingsoft, SINA und Sohu sollen bereits zugesagt haben, das System in Zukunft zu verwenden. Betroffen wären dann unter anderem populäre Spiele wie "World of Warcraft" oder "Lineage II". (red)

25.8.2005 16:19