Exklusiv: Mord in Zelle 204

Die Bilder einer Bluttat in der Schubhaft. Wie ein Nigerianer zur Mordmaschine wurde. Und die Polizei zuschaute. Und ein polnischer Schwarzarbeiter starb.
Das Opfer. Ein junger Pole, der in Wien schwarz am Bau arbeitete und nun abgeschoben werden sollte.
Zelle 204 im Gefangenenhaus am Wiener Hernalser Gürtel, 13. August 2005, kurz nach 21 Uhr. Gleißendes Licht strahlt von der Decke, Rettungsleute und Polizisten blicken geschockt in den Raum.
Kampf auf Leben und Tod. Die Tische, die Sessel zerstört. Die Wände, der Boden überall Blut. Schreckliche Szenen haben sich hier in der vergangenen Stunde abgespielt. Vor den Augen panischer Schubhäftlinge, die um ihr Leben kämpfen mussten. Vor den Augen des nur mit Pfeffersprays ausgerüsteten Wachpersonals, das Todesangst hatte und sich deshalb nicht getraute einzuschreiten in diesen Kampf auf Leben und Tod.
In Wahrheit haben ihn gleich zwei Menschen verloren:
Andrzej G., 32: bereits vor Eintreffen der Notärzte seinen schweren Verletzungen erlegen.
Lucky E., 34: sein Mörder.
Wega-Polizisten haben ihn nun endlich überwältigt und ihm Handschellen angelegt. Widerstandslos lässt sich der Mann abführen: God knows, schreit er noch einmal, I had to do it. (Gott weiß: Ich musste es tun.)
Chancenlos. Andrzej G. und Lucky E.: Ihre Karten waren von Beginn an nicht gut. Jene Karten, die, wie gläubige Menschen vermuten, von Gott verteilt werden. Oder die vielleicht einfach nichts anderes als Schicksal bedeuten. Glück oder Unglück.
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